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Nachhaltige Exportförderung

von Frank Maul

In Kürze

Besichtigung eines Bananenproduzenten bei einer IPD-Beschaffungsreise für Obst und Gemüse in Peru.

Besichtigung eines Bananenproduzenten bei einer IPD-Beschaffungsreise für Obst und Gemüse in Peru.

Produzenten aus Entwicklungs- und Schwellenländern haben oft Probleme, auf dem deutschen und europäischen Markt Fuß zu fassen. Das Import Promotion Desk unterstützt sie dabei.

Hochlandtee aus Kolumbien, Kokosblütenzucker aus Indonesien, nachhaltiges Tropenholz aus Peru, Walnüsse aus Kirgisien oder Schnittblumen aus Äthiopien – das Import Promotion Desk (IPD) bringt hochwertige Produkte auf den heimischen Markt. Das IPD ist eine Initiative des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. und der sequa gGmbH – der Entwicklungsorganisation der Deutschen Wirtschaft. Mit Unterstützung des IPD lernen Produzenten, wie sie ihr Angebot am europäischen Markt ausrichten können. Das Projekt wurde 2012 ins Leben gerufen und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Aktuell ist das IPD in acht Ländern aktiv: Ägypten, Äthiopien, Indonesien, Kirgistan, Kolumbien, Nepal, Peru und Tunesien.

Die IPD-Experten kennen den EU-Markt und helfen ausländischen Unternehmern dabei, passende Marketingstrategien für ihre Produkte zu entwickeln. Das IPD stellt dabei Markt- und Brancheninformationen zur Verfügung oder bietet Workshops und Schulungen zu Themen wie Exportmanagement und Kundenservice an. Dort erfahren die Lieferanten, was für den deutschen beziehungsweise europäischen Markt wichtig ist und welche Regeln für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung einzuhalten sind, wie zum Beispiel zuverlässige Lieferung, gleichbleibende Qualität der Produkte, transparente Kommunikation bei Lieferverzögerungen oder -engpässen sowie genaue Preisabsprachen. Darüber hinaus organisiert das IPD Studienreisen für Exporteure nach Deutschland, damit sie sich vor Ort im Rahmen von Fachmessen und Unternehmensbesichtigungen über die Marktbedingungen und -anforderungen informieren können.

Die größte Hürde für viele Exporteure aus Entwicklungsländern sind mangelnde Kenntnisse über Einfuhrbestimmungen in den EU-Markt oder fehlende Zertifizierungen. In Schulungen und Workshops informiert das IPD die Lieferanten darüber, welche Anforderungen in Bezug auf Regulierungen, Einfuhrbedingungen und Qualitätsstandards für die Einführung von forst- und landwirtschaftlichen Produkten in Deutschland und Europa zu erfüllen sind. Dafür arbeitet das IPD sowohl direkt mit den Lieferanten als auch mit Exportförderungsorganisationen und mit Fachverbänden in den Partnerländern zusammen, um auch auf der Verbandsebene für die EU-Marktanforderungen und Chancen zu sensibilisieren.

Besondere Voraussetzung für den Import von frischem Obst und Gemüse in den europäischen Markt ist die GLOBAL- G.A.P-Zertifizierung der Produkte, die eine sichere und nachhaltige Produktion bestätigt. Das IPD unterstützt Produzenten dabei, ihre Qualitätsmanagements-Prozesse zu verbessern und ihre Produkte zu zertifizieren. Auch das Thema Bio-Qualität mit entsprechender Zertifizierung ist ein Thema für viele Erzeuger. Bei der Einfuhr von Holz und Holzprodukten in die EU müssen die Lieferanten die Anforderungen der EU-Holzhandelsverordnung erfüllen, also den legalen Ursprung des Holzes nachweisen.

Auch Importeuren in Deutschland, die neue Produkte und Lieferanten suchen, hilft das IPD. Mitarbeiter gehen bei so genannten Sourcing Missions auf die Suche nach geeigneten Exporteuren und evaluieren diese nach strengen Kriterien wie Produktqualität, Produktionskapazitäten, internationale Normen und Zertifizierungen. Auf Fachmessen und Beschaffungsreisen bringt das IPD die Interessenten beider Länder zusammen („Matchmaking“).

Das IPD unterstützt Unternehmen in den Partnerländern dabei, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt zu steigern. Ziel ist es, Entwicklungsländer besser in den globalen Handel zu integrieren und damit einen Beitrag zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung zu leisten. Die Sicherstellung einer hohen Produktqualität, die Weiterverarbeitung von Rohprodukten vor Ort sowie der Direktexport ohne Zwischenhändler führen zu höheren Wertschöpfungsanteilen in den Partnerländern. Damit entstehen dort neue Arbeitsplätze und neue Erwerbsquellen.

Das IPD fördert gezielt solche Produkte, die nicht zur Grundversorgung der Bevölkerung in den Entwicklungsländern benötigt werden und deren Nachfrage in Deutschland oder Europa gewährleistet ist. Darunter fallen zum Beispiel exotische Früchte oder Produkte in Bio-Qualität.

Frank Maul

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