Zwei Präsidenten

„Brüder mit verschiedenen Müttern“

Trevor Noah bezeichnete Donald Trump und Jacob Zuma Mitte November 2016 als „Brüder mit verschiedenen Müttern“. Damit verwies er auf den Niedergang Südafrikas, nachdem es einen ANC-Führer gewählt hat, den Anhänger fälschlicherweise für einen charismatischen Gegner des Establishments hielten. Noah ist ein südafrikanischer Komiker, der in den USA die satirische Fernsehsendung „The Daily Show“ macht.

hat zuletzt im Sommer 2022 als emeritierter Direktor der Dag Hammarskjöld Stiftung in Uppsala, Schweden, und außerordentlicher Professor an der University of Pretoria und der University of the Free State in Bloemfontein zu E+Z/D+C geschrieben. Er ist seit 1974 Mitglied der SWAPO (South West African People’s Organisation).
 

Sie unterstützen sich gegenseitig: Jacob Zuma und Robert Mugabe. picture-alliance/AP Photo Sie unterstützen sich gegenseitig: Jacob Zuma und Robert Mugabe.

Tatsächlich gibt es Gemeinsamkeiten. Die Journalistin Ranjeni Munusamy bemerkt, dass beide Politiker ihre Kinder als „Business-Fronten so ideal positionieren, dass sie finanziell von der Regierung und den politischen Beziehungen ihrer Väter profitieren.“ Die Amerikaner bezeichnen derartige Arrangements in Entwicklungsländern als „Crony Capitalism“.

Auffallend ist außerdem, dass sowohl Zuma als auch Trump für ihre Frauenfeindlichkeit bekannt sind. Zuma wurde wegen Vergewaltigung angeklagt. Trumps Prahlerei, dass er Frauen an den Genitalien begrapscht habe, wurde auf Tonband aufgenommen. Auch sprechen beide Politiker ihren Gegnern gern jegliche Legitimität ab, verletzen selbst aber völlig ungeniert schon die grundlegendsten Verhaltensregeln. Keiner der beiden hält es für nötig, Interessenkonflikte auszudiskutieren oder die nötige Transparenz zu schaffen, um zu fundierten Urteilen zu kommen. Obwohl sie beide offensichtlich privilegiert sind, haben sie es geschafft, sich bei den Wählern als Gegner des Establishments zu verkaufen, die sich vermeintlich für die breite Masse einsetzen.


Ein weiterer Südafrikaner, dem diese Ähnlichkeit auffällt, ist Tinyiko Maluleke, Professor an der Universität Pretoria: „Wenn ich Trump wäre, würde ich versuchen, so viel wie möglich vom Aufstieg und vor allem vom bevorstehenden Fall Zumas zu lernen.“ Der große Unterschied ist, dass Zuma seit sieben Jahren im Amt ist. Die Enttäuschung der Menschen ist offensichtlich.


Link:

Munusamy, R., 2016: Out-trumping Trump.
https://www.dailymaverick.co.za/article/2016-11-21-out-trumping-trump-zuma-boards-another-populist-flight-of-fancy/

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