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Zivilgesellschaft

Bücher für arme Kinder vom Land

von Sumeya Issa

Heutzutage

Kingsley Chiwandila, der einen selbstgemachten Ball im Arm hält, mit seinen Freunden.

Kingsley Chiwandila, der einen selbstgemachten Ball im Arm hält, mit seinen Freunden.

2020 wird für Malawi ein schweres Jahr: Wegen der Corona-Pandemie sind Schulen geschlossen, die Wirtschaft wird runtergefahren, und die Menschen werden gebeten, zu Hause zu bleiben, um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen. Eine Nichtregierungsorganisation versorgt arme Kinder in ländlichen Gegenden mit Büchern für den Heimunterricht.

Der 12-jährige Kingsley Chiwandila lebt in Chinupule, einem der Dörfer im ländlichen Malawi. Er gehört zu den schätzungsweise 4,6 Millionen Kindern, die jetzt zu Hause bleiben müssen, weil die Schulen wegen der Corona-Ansteckungsgefahr geschlossen sind.

Die malawische Regierung empfiehlt den Kindern, den Unterrichtsstoff zu Hause weiter zu lernen. Das ist Kingsley aber nicht möglich, da er nur sehr begrenzten Zugang zu wichtigen Materialien wie Lehrbüchern hat sowie zu digitalen Geräten, um das Internet nutzen zu können. „Ich habe nicht das, was ich dazu brauche“, beklagt Kingsley. Er sagt, er wäre dankbar, wenn er Bücher zu seinen Lieblingsfächern hätte: „Ich mag die Fächer Landwirtschaft, Bibelwissen, Englisch und Mathematik.“ Der 12-Jährige liest gerne, aber er ist auch leidenschaftlicher Fußballspieler und verbringt nun die meiste Zeit damit, mit Gleichaltrigen zu kicken. Wenn die Jungs dem Ball hinterherlaufen, ist ihre Energie und ihr Enthusiasmus für jeden Zuschauer offensichtlich. 

Kingsleys Mutter, Fyness Chiwandila, findet die Situation verwirrend: „Niemand weiß, wann die Kinder wieder in die Schule gehen können. Aber die Behörden sagen, es sei wichtig, die Kinder vor dem Coronavirus zu schützen, also müssen wir einfach abwarten.“ Wie viele Mütter im Dorf Chinupule ist Chiwandila selbst nur wenige Jahre zur Schule gegangen. Für ihre Kinder hofft sie auf bessere Bildung.

Da die Covid-19-Krise Malawi in vielerlei Hinsicht trifft, helfen einige Nichtregierungsorganisationen (NGOs), wo sie können. Eine Jugendorganisation namens Foundation for Rural Children Empowerment (FORCE) unterstützt benachteiligte Kinder. Sie hat eine Initiative gestartet, die betroffene Kinder mit den nötigten Unterlagen für den Heimunterricht versorgt. Ziel ist es, sie in die Lage zu versetzen, dass sie auch ohne Schulbesuch ihren Stoff weiterhin lernen. 

„Es ist von grundlegender Bedeutung, auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen, besonders während dieser Covid-19-Pandemie, denn ihre Schulbildung kann nicht warten“, sagt die Geschäftsführerin von FORCE, Faida Sandra Hambalume, und ergänzt: „Bildung ist ein Recht für alle, genauso wie das Recht auf gute Gesundheit.“

Die NGO, die 2017 gegründet wurde, ist in Zentralmalawi aktiv. Sie hat genügend Bücher für die Schüler einer Schule, die in vier verschiedenen Dörfern wohnen, gesammelt. Um die Bücher zu verteilen, gehen die NGO-Aktivisten von Tür zu Tür und beachten dabei die Abstandsregeln der Coronakrise. Da die Regierung nichts für die Kinder auf dem Land tut, sind es Menschen wie Hambalume und das FORCE-Team, die den Bewohnern auf dem Land Hoffnung geben.


Sumeya Issa ist freie Journalistin in Malawi.
sumieiss[email protected]

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