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Medien

Ausgewogenheit und Fairness in der Berichterstattung

von Gloria Laker Aciro

In Kürze

Friedensjournalist in Adjumani, Uganda.

Friedensjournalist in Adjumani, Uganda.

Als Friedensjournalistin wurde ich 2011 angefragt, Distrikte zu überwachen, die als Gewaltherde bekannt waren. Ich half dabei, Community-Friedensclubs zu gründen, die die ugandischen Radiostationen beobachten sollten, wie sie über die Wahlen 2011 berichteten. Es war gut zu sehen, dass sie tatsächlich einen positiven Einfluss auf die Wahlen hatten.

Wir baten die Repräsentanten von Dorfvorstehern, die Wahlberichterstattung in ihrem Ort zu überwachen und die Radiomanager zu informieren, wenn irgendwo Hassreden verbreitet wurden. Der Manager sollte einschreiten, um das Aufkommen von Gewalt zu verhindern. Unsere Nachricht an die Community-Friedensclubs war simpel: „Ohne Frieden werdet ihr keine Geschäfte machen oder glücklich mit eurer Familie leben können, also schützt den Frieden, indem ihr Radio hört und bei Hassreden Alarm schlagt.”

Das Ziel war es, gute Berichterstattung zu stärken und so zu friedlichen Wahlen beizutragen. Friedensjournalismus ist im Grunde einfach guter Journalismus. Ausgewogenheit, Fairness und akkurate Fakten sind grundlegend, wenn man alle Konfliktparteien erreichen will, anstatt die Spannungen zu verstärken, indem man einseitig nur eine Perspektive präsentiert.

Angesichts ihres nachgewiesenen Nutzens wurden die Friedensclubs nach den Wahlen nicht aufgelöst. Sie schlichten nun beispielsweise bei Landkonflikten.

Soziale Medien gewinnen weltweit an Einfluss. In Bezug auf Friedensjournalismus spielen Plattformen wie Facebook und Twitter sowohl positive wie auch negative Rollen in Uganda und benachbarten Staaten. Unbestätigte, aggressive Posts können sehr schädlich sein, auch wenn nicht so viele Leute direkten Zugang zum Internet haben. Die zivilgesellschaftliche Organisation Peace Direct ist der Ansicht, dass soziale Medien im Südsudan „entscheidend dazu beitragen, Gewalt zu schüren“. Friedensjournalisten in Uganda publizieren daraufhin korrigierende Berichte und präsentieren Fakten.

Soziale Medien können auch dazu dienen, Frieden zu stärken. Organisationen wie der Christian Children’s Fund (CCF), der Mütter und Kriegswitwen unterstützt, nutzt soziale Medien als ein Werkzeug, um die Lebensgeschichten von jungen Müttern im nördlichen Uganda zu erzählen. Sam Lawino, Medientrainer bei CCF, erzählt, wenn „die Mädchen und Kriegsopfer ihre Geschichten auf der Website teilen, fühlen sie sich verbunden und können sogar über Stigma und Trauma sprechen. Diese öffentliche Darstellung hilft auch unseren Mitarbeitern, weil sie den Einfluss der Fortbildungen verfolgen können, die diese jungen Mütter erhalten“, erklärt Lawino.

Heutzutage arbeiten eine Reihe von ugandischen Medienhäusern eng mit Community-basierten Nichtregierungsorganisationen wie Frauengruppen, Friedensanwälten und Kulturinstituten zusammen. Sie wollen gewaltfreie Methoden der Konfliktlösung bekannt machen, bezüglich unterschiedlicher Themen wie Genderfragen oder Landkonflikten.  

 

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