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Ländliche Entwicklung

Lokale Stromversorgung

von Drake Jamali

In Kürze

Der Fernseher in diesem Dorf in Niger wird mit Solarstrom betrieben.

Der Fernseher in diesem Dorf in Niger wird mit Solarstrom betrieben.

Millionen Menschen in Afrika und Asien nutzen Off-Grid-Systeme für die Stromversorgung. Dank der dezentralen Versorgung haben sie Zugang zu Licht, Heizung und Kühlung sowie zu modernen Geräten wie Radio, Fernsehen und Computern. Zum Teil basiert die Off-Grid-Versorgung allerdings auch auf dem fossilen Kraftstoff Diesel. Fachleuten zufolge wird der kontinuierliche Ausbau von Erneuerbaren-Technologien den Diesel nach und nach verdrängen.

Laut Jeremy Gaines von der Nigerianisch-Deutschen Energiepartnerschaft leben in Subsahara-Afrika rund 13 Prozent aller Menschen, aber fast die Hälfte all derer, die keinen Strom haben. Zwischen 2010 und 2016 hätten die Ausgaben für Diesel-Generatoren dort mehr als 7 Milliarden Dollar betragen. Gaines zufolge müssen afrikanische Verantwortliche zwei Herausforderungen angehen: „Die eine besteht darin, die Klimaschutzziele zu erreichen, während Millionen Menschen Dieselgeneratoren benutzen, und die andere Frage ist, wie lange sie noch auf importierte Kraftstoffe für Off-Grid-Elektrifizierung setzen können, wenn die Preise wieder steigen.“ Erneuerbare Energien können die Antwort auf beides sein.

Die Afrikanische Union (AU) hat sich mit ihrer Agenda 2063 ehrgeizige Ziele gesetzt. Laut Amani Abou-Zeid, AU-Kommissarin für Infrastruktur, verfolgt sie das Gesamtziel, „die sozioökonomische Situation des gesamten Kontinents auf jedem erdenklichen Wege zu verändern“. Bessere Infrastruktur ist unabdingbar. Schätzungen zufolge werden dafür in der kommenden Dekade 100 Milliarden Dollar benötigt. Abou-Zeid räumt ein, dass Off-Grid-Elektrifizierung in vielen Fällen der kostengünstigste Weg ist, um den derzeitigen und künftigen Bedarf zu decken.

Auf einer Konferenz des Auswärtigen Amtes in Berlin (siehe hierzu Hauptartikel) sagte Äthiopiens Minister Seleshi Bekele Awulachew, der für Wasser und Strom zuständig ist, dass das Stromnetz seines Landes ausgebaut werden müsse. Bisher lebten allerdings nur rund ein Viertel aller Menschen nah genug an den bestehenden Leitungen, um daran angeschlossen werden zu können. Äthiopien setze daher sowohl auf Netzausbau als auch auf Off-Grid-Lösungen, um die Stromversorgung zu verbessern.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Madagaskar. Mamisoa Rakotoarimanana von der dortigen Behörde für ländliche Entwicklung berichtet, dass seine Regierung bis 2030 weiteren 200 000 Haushalten Zugang zu Strom verschaffen will. Damit würde die Elektrifizierungsrate auf 70 Prozent steigen. Allein könne die Regierung die Kosten dafür nicht stemmen. Dezentrale Mini-Grids seien aber vergleichs­weise billig und könnten dazu beitragen, die Versorgungslücken zu schließen. (dj)

 

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