D+C Newsletter

Liebe Besucher,

kennen Sie unseren Newsletter? Er hält Sie über unsere Veröffentlichungen auf dem Laufenden. Wenn Sie sich registrieren, bekommen Sie ihn jeden Monat zugesendet.

Herzlichen Dank,
die Redaktion

Registrieren

Durchführungsorganisationen

Von anderen Ländern lernen

von Julia Manske

In Kürze

Die Digitalisierung schreitet weltweit voran: Tempel in Kuala Lumpur.

Die Digitalisierung schreitet weltweit voran: Tempel in Kuala Lumpur.

Unter dem Stichwort ICT4D schenkten entwicklungspolitische Organisationen dem Thema digitale Technik in den vergangenen 15 Jahren mal mehr, mal weniger Aufmerksamkeit. Die Schweden gelten als Pioniere, wenn es um den Einsatz digitaler Technik in der Entwicklungspolitik geht. Sie waren frühe Verfechter eines Information-and-Communication-Technologies-for-Development-Ansatzes (ICT4D).

2002 etablierte die schwedische Regierung ein ICT4D-Sekretariat, das die Durchführungsorganisation Swedish International Development Cooperation Agency (SIDA) bei der Integration digitaler Technik in Projekte unterstützen sollte. In der Außenstruktur gelang dies erfolgreich. Allerdings fehlte die Anbindung an die Zentrale und damit die Sichtbarkeit für die Führungsetage, so dass das Modell des Sekretariats zuletzt als gescheitert erklärt wurde. Dies sind wichtige Erfahrungen für andere staatliche Organisationen, die sich Fragen zur institutionellen Verankerung des Themenkomplexes stellen.

Heute beschäftigt SIDA diverse ICT4D-Experten in der Zentrale in Stockholm sowie in den Länderbüros. Ebenso haben einige schwedische Botschaften das Thema aufgrund der gestiegenen Nachfrage durch die Partnerländer aufgenommen. Dies ist ein Ansatz, der besonders für dezentrale Strukturen interessant ist. Die Beschäftigung von ICT4D-Experten befreit aber nicht davon, grundlegende Digitalkompetenzen und ein Verständnis von den Risiken und Vorteilen digitaler Technologie innerhalb der Organisationen zu stärken.

Auch das britische Department for International Development (DFID) hat in den vergangenen Jahren eine umfangreiche Digitalstrategie umgesetzt. Diese beinhaltet unter anderem, dass alle Prozesse standardmäßig digitalisiert wurden. Dies gilt für interne Prozesse, Interaktionen mit Partnern und Projekte in der Außenstruktur. Analoge Verfahren werden nur noch verwendet, wenn diese offenkundig zur Erreichung des Projektzieles beitragen, ansonsten gilt der digitale Weg. Bei der Entwicklung neuer Dienstleistungen und Angebote orientiert sich DFID an Designprinzipien, die auf Effizienz und einen nutzerzentrierten Ansatz setzen. DFID entwickelte im Zuge dessen Plattformen wie den Funding Finder, der es Partnern deutlich erleichtert, passende Fördermöglichkeiten zu finden.

Die Mitarbeiter wurden auch zum proaktiveren Umgang mit Social Media ermuntert, um als Ansprechpartner für die Partner sichtbar zu werden. DFID hat erkannt, welche Bedeutung Twitter und Co. als Kommunikationsmittel zwischen Bürger und Staat haben. Außerdem implementierten die Briten – ebenso wie die Schweden, Kanada und die USA – eine „open by default“-Strategie. Ausgaben und Projekte sind veröffentlicht und können von jedem auf einer Plattform angesehen und verglichen werden (siehe Hauptartikel).

Kommentar hinzufügen

Zum Verfassen von Kommentaren bitte anmelden oder registrieren