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Theologie

Islamische Werte

von Nabiela Farouq, Ulrich Nitschke

In Kürze

Ghulam Jelani, Vorsteher der Moscheen in der Direktion für religiöse Angelegenheiten der afghanischen Provinz Balkh.

Ghulam Jelani, Vorsteher der Moscheen in der Direktion für religiöse Angelegenheiten der afghanischen Provinz Balkh.

Die zentrale Bedeutung sozialen Ausgleichs zeigt sich vor allem in der Institution des Zakāt, der Almosensteuer als einer Grundsäule des Islams. Demnach sind Muslime verpflichtet, einen bestimmten Teil ihres Besitzes an Bedürftige abzugeben. Islamische Hilfsorganisationen machen sich diesen Mechanismus zunutze, indem sie die Gläubigen aufrufen, ihren Anteil der Almosensteuer für konkrete Maßnahmen zu spenden.

Auch die Wahrung der Schöpfung ist eines der zentralen Themen im Koran. Das zugrunde liegende theologische Prinzip ist hier der tauḥīd (die Einheit). Dem koranischen Verständnis zufolge ist alles von Gott und strebt nach Gott, womit auch der Sinn menschlicher Existenz bestimmt ist. Neben der Betonung der Einheit Gottes im monotheistischen Sinne wird die Einheit Gottes durch die Schöpfung verkörpert. Das theologische Prinzip der Schöpfung ist eng mit dem Prinzip der Verantwortung verknüpft. Das Schöpfungsprinzip geht von einem harmonischen, auf Gott gerichteten Naturzustand (fiṭra) von Mensch und Schöpfung aus.

Diese Harmonie hat sich durch die fortschreitende industrielle und technische Entwicklung dramatisch geändert. Trotz des Einheitsgedankens wird der Mensch durch seine Vernunftbegabung als grundsätzlich verschieden von den anderen Lebewesen gedacht. Er ist sich der Linearität von Zeit bewusst und daher verantwortlich, die Rolle als irdischer Statthalter Gottes (Ḫalīfa) wahrzunehmen und die Zivilisation zu fördern. Durch seine kognitiven Fähigkeiten ist er in der Lage, sich über seine materiellen Bedürfnisse zu erheben. So entstehen Werturteile, das Vermögen moralische Entscheidungen zu treffen und schließlich Werte und Normen. Die theologische Lehre des mīzān (Gleichgewicht) ruft zu Mäßigung und Gleichgewicht auf. Sie kann als holistisches Prinzip verstanden werden, das auf die Harmonie des Ganzen abzielt 

Islamische Gelehrte berufen sich in ihrer Argumentation ebenso auf diese und andere theologische Prinzipien, um die Vereinbarkeit eines islamischen und nachhaltigen Lebens zu begründen. Ein Beispiel dafür stellt die Jeddah Deklaration (2000) dar, die von islamischen Juristen, Naturwissenschaftlern und Vertretern islamischer Länder beim ersten globalen Umweltforum aus islamischer Perspektive verabschiedet wurde. Sie hält fest, dass nachhaltige Entwicklung islamisch ist, wenn sie nicht das Gleichgewicht zerstört, das Gott mit seiner Schöpfung geschaffen hat. (nf/un)

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