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Ziviler Friedensdienst

Vorurteile abbauen

von Mona Naggar

In Kürze

Die vielen Flüchtlinge sind eine Herausforderung für die Infrastruktur. Diese Schule im Nordlibanon hat für syrische Kinder eine Nachmittagsschicht eingeführt.

Die vielen Flüchtlinge sind eine Herausforderung für die Infrastruktur. Diese Schule im Nordlibanon hat für syrische Kinder eine Nachmittagsschicht eingeführt.

Das Programm „Kommunikationsunterstützung“ der libanesischen Organisation LOST (The Lebanese Organisation for Studies and Training) bringt Libanesen und Syrer aus dem grenznahen Ort Baalbek im Ost­libanon zusammen. Es informiert Angehörige der beiden Gruppen über Möglichkeiten gewaltfreier Konfliktbearbeitung und ermutigt sie, in ihrer Umgebung schlichtend zu wirken.

Laut Salah Zuaiter, der für das Programm verantwortlich ist, haben viele Bewohner Baalbeks zu Beginn des Syrienkonflikts mit den Flüchtlingen sympathisiert. Doch der wachsende wirtschaftliche Druck habe die Haltung der Menschen verändert: „Es gibt immer mehr Konkurrenz um Arbeitsplätze. Syrer eröffnen Geschäfte. Libanesen haben dann weniger Kunden. Oder Syrer arbeiten für viel weniger Geld als die Libanesen. Hinzu kommt die große Belastung für die Infrastruktur.“ Es komme öfters zu Stromausfällen, die Wasserversorgung breche zusammen, oder die Müllabfuhr sei überlastet.

Zuaiter erklärt den Ansatz des Programms: „Wir schaffen Raum für Dialog zwischen Libanesen und syrischen Flüchtlingen. Jede Seite äußert ihre Bedürfnisse, ihre Probleme und mögliche Gründe für Spannungen. Dann kommen beide Gruppen ins Gespräch und diskutieren darüber.“

Für das Projekt „Future together now“ arbeitet das Forum Ziviler Friedensdienst, eine deutsche Friedensorganisation, im Libanon mit LOST und mit der syrischen Organisation Basmeh & Zeitooneh zusammen. Die Organisationen bilden seit Anfang 2015 zehn Gemeindeaktivisten in ziviler Konfliktlösung aus. Sie stammen aus Baalbek und Umgebung und aus syrischen Flüchtlingslagern in der Bekaa.

Christina Hering vom Forum Ziviler Friedensdienst erklärt, dass die Teilnehmer des Projekts zunächst in ihren Gemeinden die Bedürfnisse der libanesischen und syrischen Einwohner feststellen. Dabei könne es sich etwa um die Beleuchtung des Dorfplatzes handeln, um den Bau eines Jugendzentrums oder um die Verteilung von Wasserfiltern.

Anschließend werde ein Aktionsplan erstellt, um die Bedürfnisse zu befriedigen. „Dabei lernen sich die Libanesen und Syrer besser kennen und bauen Vorurteile ab. Und wenn Konflikte entstehen, dann greifen die Gemeindeaktivisten ein und schlichten.“ (mn)

Links:
Die Organisation LOST (englisch):
http://lostlb.org
Forum Ziviler Friedensdienst im Libanon:
http://www.forumzfd.de/libanon

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