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Malawi

Günstiger Fisch durch Farmen

von Raphael Mweninguwe
Malawis Bewohner decken rund 60 Prozent ihres Eiweißbedarfes durch Fisch. Wegen sinkender natürlicher Bestände wurde die Zucht in Becken oder Gehegen gefördert. Dadurch ist Fisch heute sogar billiger.

Mehrere Faktoren drückten die Fangquoten in Malawi seit Anfang der 80er Jahre dramatisch. Vor allem wegen hohen Bevölkerungswachstums schrumpften die Fischbestände in Flüssen und Seen. Die landestypischen Buntbarsche, Chambo genannt, wurden bis etwa 1982 in Nachbarländer und nach Europa exportiert – bis der Handel zusammenbrach. Ihren Tiefpunkt erreichten die Fangquoten nach den ersten Parlamentswahlen im Mehrparteiensystem im Jahr 1994. Viele Fischer achteten damals nur auf aktuellen Profit, ihre Methoden führten zur Überfischung. Zivile Verantwortung schien für sie keine Rolle zu spielen. Als die Regierung Malawis erkannte, dass die Lage außer Kontrolle geriet, fanden mehrere Treffen mit kommunalen Vertretern statt. Daraus entstanden 1996 politische Grundlinien, die 1998 vom „Fisheries Resources and Management Act“ festgeschrieben wurden. Das Gesetz formulierte einige Verbesserungsmaßnahmen für die nationale Fischwirtschaft und führte zur Bildung örtlicher Arbeitsstäbe unter lokaler Leitung, die Fischerei an allen Küstenorten überwachten.

Zusätzlich förderte die Regierung künstliche Fischzucht; mehr als 6000 Farmer haben bisher mit Erfolg ins Gewerbe investiert, viele von ihnen sind heute stolz darauf: „Ich betreibe seit sechs Jahren Fischzucht und verwalte inzwischen vier Gewässerabschnitte, an denen ich gut verdiene“, sagt Mary Khungwa. Die Farmerin aus dem südlichen Bezirk Thyolo züchtet ihre Fische in 30 x 45-Meter-Becken. Normalerweise haben Fischfarmer Becken mit 20 x 30 Metern Größe. Finanziell unterstützt werden die meisten Farmer durch nichtstaatliche Gruppen, wie World Vision International. Im Einkauf zahlen sie als Genossenschafter 0,20 Dollar pro Tilapia-Anzucht, ihren Fisch können sie später für zwei Dollar verkaufen. Die Vorteile der gewerblichen Fischzucht sind deutlich größer als eventuelle Umweltprobleme. Noch sind die Fischfarmen nicht so groß, dass man von Monokulturen sprechen könnte. Obwohl die Fischzüchter den Ertrag von rund 25 000 Tonnen pro Jahr auf 60 000 ge steigert haben, schadet sie natürlichen Fischbeständen kaum. Vielmehr hilft Farming dabei, die Ausbeutung der Natur am Malawi-See, Afrikas drittgrößtem Gewässer, und an anderen Seen des Landes merklich zu bremsen.

Raphael Mweninguwe