D+C Newsletter

Liebe Besucher,

kennen Sie unseren Newsletter? Er hält Sie über unsere Veröffentlichungen auf dem Laufenden. Wenn Sie sich registrieren, bekommen Sie ihn jeden Monat zugesendet.

Herzlichen Dank,
die Redaktion

Registrieren

Honighandel

Ärger über Exklusivabkommen

von Derrick Silimina

Heutzutage

Sambia ist dabei, sich einen internationalen Markt für Bio-Honig aufzubauen, und schafft damit eine süße Alternative zu seiner Abhängigkeit vom volatilen Kupferhandel. .

Der Honig wird in den Wäldern im Nordwesten des Landes produziert. Die Anfänge waren bescheiden, doch mittlerweile erzeugen die Produzenten etwa 2500 Tonnen Honig pro Jahr und beschäftigen über 30 000 Menschen. Der größte Teil dieser Produktion wird exportiert und bringt wichtige Devisen ein

Aber diese Erfolgsgeschichte hat einen Haken. Im Rahmen eines Honigexport-Abkommens, das zwischen Sambia und China im Jahr 2018 vereinbart wurde, erhielt Mpundu Wild Honey, ein chinesisches Unternehmen mit Sitz in Zentralsambia, die Exklusivrechte für den Export von sambischem Honig nach China.

Diese Vereinbarung liegt den sambischen Honigproduzenten nun schwer im Magen. Sambische Imker und Honighändler beklagen, dass das Abkommen ihnen den direkten Zugang zum lukrativen chinesischen Markt verwehrt. Einer der betroffenen lokalen Produzenten ist Miombo Honey, der rohen Bio-Honig und Wachs von Bienenzüchtern in den Miombo-Wäldern in Zentralsambia kauft und verarbeitet. Das Unternehmen sieht ein großes Marktpotenzial in Fernost. Doch Miombo-Honey-Gründer Aaron Kantumoya erklärt, dass die Exklusivrechte für Mpundu die Exporte nicht nur nach China, sondern in den gesamten asiatischen Markt verwehren.

„Was hier geschieht, ist nicht fair“, beklagt Kantumoya. „Einige chinesische Honigfirmen beziehen unser lokales Produkt zu geringeren Exportpreisen als eigentlich nach China üblich. Benjamin Kalima, ein Bienenzüchter im Bezirk Solwezi im Nordwesten Sambias, sagt, dass die wachsende asiatische Nachfrage nach Bio-Honig zum Aufbau der sambischen Wirtschaft beitragen könnte – wenn der Honighandel auf der Grundlage des freien Wettbewerbs betrieben würde.

„Bestimmte Käufer, vor allem aus China, beuten uns immer aus“, sagt Kalima. „Sie kommen hierher und bieten uns einen sehr niedrigen Marktpreis von 70 Kwacha (etwa 3,30 Euro) für 2,5-Liter Honig, und wir haben keine andere Wahl, als ihnen zu diesem Preis zu verkaufen, denn wir brauchen ein Einkommen für unsere Familien.“

Ein 2,5-Liter-Behälter Honig wiegt 3,6 Kilo, so dass der von Kalima genannte Preis etwa 0,91 Euro pro Kilo beträgt. Im Gegensatz dazu liegt der Großhandelspreis auf dem sambischen Markt zwischen 50 und 80 Kwacha (2,30 – 3,70 Euro) pro Kilo. Auf den internationalen Märkten wird Honig laut dem National Honey Board, einer in den USA ansässigen Branchenvereinigung, zu Großhandelspreisen von etwa 4,70 Euro pro Kilo gehandelt. Die Differenz zwischen dem lokalen sambischen und dem internationalen Preis zeigt, wie lukrativ Ausfuhren für sambische Honigproduzenten sein könnten.

Mpundu Wild Honey, das Unternehmen, das über exklusive Exportrechte für den chinesischen Markt verfügt, sieht ebenfalls großes Marktpotenzial. Zhang Zhanping, Direktor von Mpundu Wild Honey, sagt, dass sein Unternehmen plant, die Produktion von derzeit 3,4 Tonnen jährlich zu steigern, indem es neue Imker in sein Versorgungsnetz aufnimmt. „Der Export von sambischem Honig nach China wird die Wirtschaft beider Länder durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und den internationalen Handel verbessern“, meint Zhang Zhanping.


Derrick Silimina ist freiberuflicher Journalist in Lusaka, Sambia. Seine Themen sind Landwirtschaft und Nachhaltigkeit.
[email protected]

Kommentar hinzufügen

Zum Verfassen von Kommentaren bitte anmelden oder registrieren