Naturschutz

Dialog für Biodiversität

Die Fundación Acción Cultural Loyola (ACLO) setzt sich mit Unterstützung des deutschen Weltfriedensdienstes (WFD) dafür ein, die Interessen der Bewohner*innen der Schutzgebiete im Süden Boliviens mit den Belangen des Naturschutzes unter einen Hut zu bringen.
Blick auf das Schutzgebiet Serranía del Iñao in den Anden. Ivan Sarabia Rodríguez Blick auf das Schutzgebiet Serranía del Iñao in den Anden.

In Boliviens Schutzgebieten ist die Abholzungsrate deutlich niedriger als außerhalb. Zwei Gründe sind hierfür ausschlaggebend: zum einen die Kontrolle durch die Ranger der für die Schutzgebiete zuständigen Behörde SERNAP (Servicio Nacional de Áreas Protegidas); zum anderen geht man davon aus, dass die indigenen Gemeinschaften, die in den Schutzgebieten leben, für den Schutz der Biodiversität und des gesamten Naturraums sorgen.

Auch Arbeit und Einsatz der Zivilgesellschaft spielen eine wichtige Rolle. Die Fundación Acción Cultural Loyola (ACLO) ist eine der Nichtregierungsorganisationen, die umweltfreundliche Aktivitäten in den Schutzgebieten des Departamento Chuquisaca fördern. Die Partnerorganisation des deutschen Weltfriedensdienstes (WFD) hat ihren Hauptsitz in Sucre, der Hauptstadt des Departamento und des ganzen Landes.

Unterstützt werden unter anderem biologische Landwirtschaft, Imkerei, Fischzucht und Gartenbau. Zudem sorgt ACLO für Information und Bewusstseinsbildung zu Umweltthemen und für die Bearbeitung von Interessenskonflikten. Ziel ist es, die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen und zu bewahren.

Gemeinsame Agenda

In diesem Zusammenhang hat das Projekt „Friedenskultur und Dialog für das gute Leben im Süden Boliviens“, das vom WFD im Rahmen des Programms Ziviler Friedensdienst (ZFD) unterstützt wird, unter anderem einen Multiakteursdialog angestoßen. Das erste Treffen fand im Oktober 2022, das zweite im Mai 2023 statt. Damit werden erstmals alle Beteiligten, die mit der Verwaltung und Bewirtschaftung der Schutzgebiete zu tun haben, aus den verschiedensten Bereichen an einen Tisch geholt. Das nächste Treffen ist für März 2024 geplant.

Am Ende soll daraus eine gemeinsame Agenda zum Umgang mit den Schutzgebieten entstehen. Außerdem sollen sowohl die Bevölkerung als auch die Entscheidungsträger zum Biodiversitätsschutz in diesen Gebieten animiert werden, denn die Artenvielfalt Boliviens steht vielen Bedrohungen gegenüber.

Das Vorhaben ist ein Baustein innerhalb der vom ZFD geförderten konstruktiven Konflikttransformation in Bolivien, in deren Rahmen Prozesse für Frieden und Gerechtigkeit in Gang gesetzt werden. In Bezug auf die Schutzgebiete geht es darum, dass alle Beteiligten sich aktiv für den Erhalt der Biodiversität einsetzen. 

Zulma Martínez Vargas von der Fundación Acción Cultural Loyola koordiniert das vom Weltfriedensdienst (WFD) im Rahmen des Programms Ziviler Friedensdienst unterstützte Projekt „Friedenskultur und Dialog für das gute Leben im Süden Boliviens“.
marromer21@gmail.com

Katja Dombrowski ist ehemalige Redakteurin von E+Z/D+C und derzeit als Medienfachkraft des Weltfriedensdienstes (WFD) im Süden Boliviens tätig.
dombrowski@wfd.de

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