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Mauritius

Wie Medien in Mauritius über Frauen berichten

von Alphonce Shiundu

In Kürze

Christina Chan-Meetoo hat das Frauenbild in den Medien in Mauritius untersucht. Es war sehr aufschlussreich, dass über 70 Prozent der Nachrichtenquellen und Experten, die zitiert wurden, Männer waren. Frauen spielten eher Nebenrollen.

Chan-Meetoo stellte auch fest, dass die in der Presse abgebildeten Personen meist männlich waren. Während weibliche Journalisten eher auf weibliche Quellen zurückgreifen, zitieren männliche Journalisten vor allem Männer. Es gibt keine einzige Frau an der Spitze eines Medienunternehmens.

Die Rolle der Medien sieht die Expertin so: „Ich denke, dass sie der Gender-Agenda sowohl entgegenstehen als sie auch unterstützen. Es frustriert Frauen, wenn Medien Geschichten über Frauen und LGBTQ+-Gruppen (insbesondere Kriminalitäts- und Vergewaltigungsgeschichten) sensationslüstern aufbereiten oder diesen Stimmen wenig bis gar keinen Raum als Experten zu ‚ernsten‘ Themen geben“, sagte sie.

Medien können nach Ansicht von Chan-Meetoo der Emanzipation helfen, wenn sie das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Fragen schärften oder gelegentlich Erfolgsgeschichten von Frauen (etwa als Unternehmerinnen, Führungspersönlichkeiten, Forscherinnen) präsentieren. Leider geschehe dies oft dennoch mit einer Prise subtilen Sexismus, der sich oft in Bildern oder Anspielungen auf das Familienleben ausdrückt.

Themen, die laut Chan-Meetoo in den Medien mehr Beachtung finden sollten, sind die Schaffung eines sichereren Umfelds im öffentlichen Raum für Frauen, sei es auf den Straßen, in Büros oder im Internet (siehe Haupttext). Dazu gehöre es auch, dass sich die Männer aktiver daran beteiligen, Belästigung und Voreingenommenheit gegenüber Frauen anzuprangern. „Bislang werden diese Themen oft als reine Frauenthemen betrachtet“, bedauert sie.

Neben den Medien müsste auch im Bildungsbereich angesetzt werden, meint Chan-Meetoo. Bildung muss darauf abzielen, „das Bewusstsein zu schärfen und eine Kultur der Gleichberechtigung“ im Leben der Kinder zu verankern. In der Schule bedeutet dies zum Beispiel, dass Mädchen und Jungen bei der Wahl der Fächer (zum Beispiel Naturwissenschaften oder Hauswirtschaft) und der Berufsorientierung gleich behandelt werden. Zu Hause bedeutet dies zum Beispiel, dass es keine Diskriminierung bei der Aufteilung der Hausarbeit gibt. So sollten Jungen und Mädchen lernen, wie man kocht, wäscht, bügelt, Dinge repariert oder baut, sagte sie.


Reference
Chan-Meetoo, C., 2021: Editorship, agency and content through the gender lens: an analysis of gender balance in the news industry and its output in Mauritius. In: Tandrayen-Ragoobur, V., ed.: The gender divides of the Mauritian society: Re-appropriating the empowerment and citizenship discourse. Port Louis, Editions Le Printemps.


Alphonce Shiundu ist ein kenianischer Journalist, Redakteur und Faktenchecker.
Twitter: @Shiundu

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