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ZFD

20 Jahre Ziviler Friedensdienst

von Martina Rieken

In Kürze

Repräsentanten verschiedener Ethnien und ihrer Organisationen nutzen in einem Workshop Techniken der Kartografie, um territoriale, interethnische und Umweltkonflikte darzustellen und zu analysieren.

Repräsentanten verschiedener Ethnien und ihrer Organisationen nutzen in einem Workshop Techniken der Kartografie, um territoriale, interethnische und Umweltkonflikte darzustellen und zu analysieren.

20 Jahre ist es am 22. November 2019 her, dass die ersten Fachkräfte des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) ausgereist sind, um in Krisen- und Konfliktregionen Frieden zu fördern und Gewalt vorzubeugen. Seitdem haben sich rund 1 400 Friedensexperten in knapp 60 Ländern engagiert, und der ZFD ist heute fester Bestandteil deutscher Friedenspolitik.

Neun deutsche Friedens- und Entwicklungsorganisationen und ihre lokalen Partnerorganisationen führen das Programm durch, mit dem Deutschland Verantwortung in der Welt übernimmt, wenn es darum geht, gewaltvolle Konflikte zu entschärfen und den Boden für dauerhaften Frieden zu bereiten. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert den ZFD in diesem Jahr mit 55 Millionen Euro.

Fachkräfte des ZFD unterstützen lokale Partnerorganisationen bei ihren Friedensbemühungen. Sie bringen Fachwissen in ziviler Konfliktbearbeitung und eine Außenperspektive in das Konfliktgeschehen ein. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen sind in der jeweiligen Gesellschaft verwurzelt und verfügen oft über Zugänge zu allen am Konflikt beteiligten Bevölkerungsgruppen. Gemeinsam wird daran gearbeitet, Gewalt einzudämmen und Frieden zu schaffen.

Aber wie lässt sich verhindern, dass Gewalt ausbricht? Wie können Menschen friedlich zusammenleben, die zuvor aufeinander geschossen haben? Je nach Konfliktlage sind ganz unterschiedliche Herangehensweisen gefragt. Häufig vermitteln ZFD-Fachkräfte Methoden und Konzepte der friedlichen Konfliktbearbeitung. Sie öffnen Räume für Dialog und Versöhnung, bringen Konfliktparteien wieder an den Verhandlungstisch, stärken benachteiligte Gruppen und schulen Journalisten in deeskalierender Berichterstattung. Die Projekte sind langfristig angelegt – das ermöglicht eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und belastbare Beziehungen. Seit 1999 wurden mehr als 600 ZFD-Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten durchgeführt.

20 Jahre Ziviler Friedensdienst zeigen, dass die Wirkung der lokalen Arbeit vielerorts auch den gesamtgesellschaftlichen Frieden voranbringt: In Kolumbien konnten indigene Bevölkerungsgruppen mit Unterstützung des ZFD beispielsweise ihre Anliegen in die Friedensverhandlungen und in den Friedensvertrag einbringen, in Nordmazedonien gelang es der ZFD-geförderten Organisation LOJA, interethnische Jugendarbeit als Thema in die Curricula für Lehrkräfte an allen staatlichen Unis zu etablieren, und in Guinea entstand ein nationales Netzwerk von Friedenskomitees. Ehemals gewaltbereite Jugendliche sitzen heute mit Sicherheitskräften am Verhandlungstisch, statt sich bis aufs Blut zu bekämpfen.


Martina Rieken, Konsortium ZFD.

 

Link
Unter dem Motto „Frieden kann“ stellt der ZFD in seinem Jubiläumsjahr 20 Projekte vor:
www.ziviler-friedensdienst.org/20JahreZFD

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