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Nichtstaatliche Opposition

Weltweite Gesundheitsprobleme

von Hans Dembowski

In Kürze

Zivilgesellschaftliche Organisationen spielen eine wichtige Rolle dabei, dass Gesellschaften auf angemessene Weise mit nichtübertragbaren Krankheiten umgehen. Zu ihren Aufgaben gehören Bewusstseinsbildung, die Verbesserung des Zugangs zum Gesundheitswesen, politischer Druck sowie das Monitoring von staatlichen Akteuren und sonstigen Institutionen. In Entwicklungs- und Schwellenländern ist die Bewegung noch jung, aber sie wächst. Einen Überblick verschafft der kürzlich veröffentlichte NCD Civil Society Atlas.

Arme Menschen leiden besonders an nichtübertragbaren Krankheiten, denn sie sind oft schlecht informiert, bekommen ihre Diagnose nur spät und haben dann häufig keinen Zugang zu kompetenter Behandlung. Andererseits betreffen diese Krankheiten die Gesellschaft insgesamt. Alle Patienten sollten dabei unterstützt werden, ihren Lebensstil an Diabetes oder Bluthochdruck anzupassen. Zudem ist Vorbeugung sinnvoll, weil sie die Erkrankungswahrscheinlichkeit senkt.

Diverse Interessengruppen von Unternehmern (siehe Hauptbeitrag) bis hin zu Glaubenseinrichtungen und Behörden sollten sich um diese Dinge kümmern – und zivilgesellschaftlicher Aktivismus kann dazu beitragen, dass sie das auch tun. Es sei wichtig, Bündnisse zu schließen, urteilt die NCD Alliance (Noncommunicable Diseases Alliance), ein Zusammenschluss von mehr als 50 nationalen und regionalen zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Ende letzten Jahres hat die NCD Alliance den NCD Civil Society Atlas veröffentlicht. Er bilanziert die Lage in allen Weltregionen, widmet sich aber besonders Asien, Afrika und Lateinamerika. Er beschäftigt sich systematisch mit den vier Kernaufgaben Awarenessraising, Access, Advocacy und Accountability.

Als Beispiele für Awarenessraising nennt der Atlas ein Journalistenforum in Tansania, eine Medienkampagne für Rauchverbot in Jordanien und ein Trainingsprogramm für chronisch kranke Kinder in Indien, die Gleichaltrige beraten sollen.

Der Atlas präsentiert Initiativen für besseren Zugang zum Gesundheitswesen aus der Karibik (Krebstherapien), Malawi (ländliche Krankenversorgung) und Bangladesch (städtische Armutsviertel).

Der Abschnitt über Advocacy enthält unter anderem Kapitel über eine Kampagne für Gesetzgebung über gesunde Ernährung in Peru, die Unterstützung der nationalen Alkohol-Strategie in Nepal und Kooperation mit Behörden zur Förderung gesunder Ernährung auf Sansibar.

In Bezug auf Rechenschaftspflicht beschäftigt sich der Atlas mit Monitoring von NCD-spezifischen Programmen in Ost-Afrika und der Karibik, sowie der Schattenberichterstattung zum brasilianischen Programm gegen Übergewicht.

Der Abschnitt über Advocacy ist mit 18 Kapiteln der längste, während der kürzeste (Access) nur die drei hier genannten Kapitel enthält.

Laut NCD Alliance hängt der Erfolg von Zivilgesellschaftsinitiativen von mehreren Faktoren ab. Wichtig sei zum Beispiel, betroffene Menschen sinnvoll einzubeziehen, nachhaltig Spenden einzuwerben und Aktionen mit mehreren Partnern abzustimmen. Auch Medienarbeit sei nötig.

Die Autoren halten fest, dass die Bewegung in Entwicklungs- und Schwellenländern noch jung sei und dass zivilgesellschaftliche Organisationen sich dort in stärkerem Maß als in Industrieländern für Advocacy, Awarenessraising und Zugangsverbesserung engagierten. In Entwicklungsländern seien beispielsweise Aktivisten besonders an der Kennzeichnung und abschreckenden Steuerung ungesunder Lebensmittel und Getränken gelegen. In reichen Ländern seien derweil die Leistungen des Gesundheitswesens besser – und das betreffe auch die Aufklärung der Bürger.


Link
NCD Civil Society Atlas – National and regional NCD alliances in action
https://ncdalliance.org/sites/default/files/resource_files/NCDAtlas_Web.pdf

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