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Ägypten

Ein altes Land

von Ingy Salama

In Kürze

Präsident Nasser, 1957 bei einer Rede auf einer Kundgebung in Alexandria.

Präsident Nasser, 1957 bei einer Rede auf einer Kundgebung in Alexandria.

Das alte Ägypten wurde von Pharaonen regiert. Das Land hat eine lange Geschichte von Zivilisation – so wurde die Nutzung des Nilwassers schon vor Jahrtausenden systematisch geregelt. Die Ufer des Flusses waren zwar immer dicht besiedelt, aber Bürgerkriege gab es nie. Ägyptens friedliche Kultur ist eher von landwirtschaftlichen Gemeinschaften geprägt als vom für die meisten arabischen Länder typischen Nomadentum.

Man könnte glauben, in Ägypten bestehe selbstverständlich nationale Einheit. Jedoch gab es unterschiedliche Ideen von Nation, die verschiedenen politischen Zwecken dienten. Ein Wendepunkt in der modernen Geschichte Ägyptens war die antikoloniale Bewegung der freien Offiziere im Jahr 1952. Bei einem Militärputsch wurde die mit Großbritannien verbündete Monarchie gestürzt. Informeller Anführer war Gamal Abdel Nasser, der 1956 Präsident wurde.

Nassers Ziel war es, eine starke, sozialistische Nation aufzubauen; er feierte die Streitkräfte als Treiber der Modernisierung. Widerspruch wurde abgetan als den imperialistischen Mächten dienlich – Gleiches galt für die Muslimbrüder. Nasser ging rigoros gegen sie vor, nachdem ein Mitglied versucht hatte, ihn umzubringen. Paradoxerweise sind die Muslimbrüder selbst ein Produkt der antikolonialen Stimmung. In ihrer Wut über die Fremdherrschaft hatten sich ihre Gründer dem Glauben zugewandt. Die Ideologie der Bruderschaft war mit der Nassers nicht vereinbar.

Das Regime machte einige Umverteilungsmaßnahmen, wie etwa eine Landreform. Die Idee einer nationalen Einheit war jedoch panarabisch, da Nasser Macht über die gesamte Weltregion anstrebte. Israel gegenüber war er aggressiv.

Als Nasser 1970 starb, folgte ihm Vizepräsident Anwar el-Sadat. Auch Sadat verließ sich auf das Militär, aber er bereinigte seine Regierung bald von den „Nasseristen“. Einige politische Gefangene, darunter Islamisten, wurden befreit. Sadat hatte einen anderen Begriff von nationaler Einheit. Sein Schlagwort war „Ägypten zuerst“. Er kultivierte von sich das Bild des frommen Muslims, schloss Frieden mit Israel und machte Ägypten zum Verbündeten der USA.

Islamisten waren über den Friedensvertrag mit Israel erzürnt und Sadat wurde im Oktober 1980 von einem radikalen Muslim getötet. Sadats Nachfolger wurde Hosni Mubarak, seine Herrschaft endete 2011 im arabischen Frühling. Mubarak führte Sadats Politik im Wesentlichen weiter, stellte aber den Glauben nicht so in den Vordergrund (siehe Hauptartikel).

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