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Wie Didier Drogba zur Versöhnung in Côte d’Ivoire beitrug

Didier Drogba nutzte 2005 die erstmalige WM-Qualifikation der Côte d’Ivoire für einen Friedensappell. Der Fußballstar bat die Menschen in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land, einander zu vergeben. Seine Worte trugen tatsächlich zur Annäherung der Konfliktparteien bei – ein eindrucksvolles Beispiel für die einende Kraft des Fußballs.
Kämpfte für sein Team und sein Land: Didier Drogba beim Spiel gegen Benin 2008, damals Kapitän der Nationalmannschaft von Côte d’Ivoire. picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Themba Hadebe
Kämpfte für sein Team und sein Land: Didier Drogba beim Spiel gegen Benin 2008, damals Kapitän der Nationalmannschaft von Côte d’Ivoire.

„Männer und Frauen der Côte d’Ivoire, aus Norden, Süden, Zentrum und Westen: Heute haben wir gezeigt, dass alle Ivorer zusammenleben und für ein gemeinsames Ziel arbeiten können“ – so lauteten die ersten Worte der Ansprache von Didier Drogba. Er richtete sie am 8. Oktober 2005 per Live-Übertragung des staatlichen Fernsehsenders von Côte d’Ivoire aus der Kabine des al-Merrikh-Stadions in Sudan an seine Nation. Kurz zuvor hatte sich der ehemalige Stürmer des FC Chelsea mit seiner Nationalmannschaft erstmals für die Weltmeisterschaft qualifiziert. 

Es folgte ein eindringlicher Appell Drogbas: „Heute bitten wir euch auf unseren Knien – vergebt, vergebt, vergebt.“ Etwa 4000 Tote und über eine Million Vertriebene hatte der seit drei Jahren anhaltende Bürgerkrieg im Land zu diesem Zeitpunkt bereits gefordert. Nach Jahren voller politischer Spannungen war 2002 infolge eines gescheiterten Putschversuchs ein bewaffneter Konflikt ausgebrochen zwischen Regierungskräften und Rebellengruppen, die weite Teile des politisch und wirtschaftlich marginalisierten Nordens kontrollierten. 

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Tatsächlich sollten Drogbas Worte – die im Fernsehen wochenlang rauf und runter liefen – zu einer Annäherung zwischen den Kriegsparteien beitragen. Auf einen langen Verhandlungsprozess folgte eineinhalb Jahre später ein Friedensabkommen, das konkrete Schritte zur Wiedervereinigung des Landes festlegte. 

Kurz darauf trat die Nationalmannschaft erneut als zentraler Akteur in Erscheinung. Sie bewirkte die Verlegung eines Testspiels gegen Madagaskar in die nördliche Rebellenhochburg Bouaké. Eine Entscheidung mit Symbolcharakter: Nach langer Zeit flogen dort nun wieder vor allem Bälle statt Kugeln durch die Luft. Obwohl der Konflikt wenige Jahre später erneut eskalieren sollte, verdeutlichte Didier Drogba mit seinem Appell, welch einende Kraft der Fußball entfachen kann.

Isah Shafiq studiert Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und ist Werkstudent bei E+Z. 
euz.editor@dandc.eu 

Dies ist die vierte unserer Fußballgeschichten. Weitere Geschichten finden Sie hier.

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