Fußballgeschichten
Ikonischer Fan der DR Kongo
Trotz des Ausscheidens der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) im Achtelfinale des Afrika-Cups (AFCON) im Januar blieb Michel Nkuka Mboladinga allen in Erinnerung. Der Fan der Mannschaft stand die gesamten Spiele, auch in der Verlängerung, regungslos auf einem mit der kongolesischen Flagge ausgelegten Hocker auf der Tribüne und reckte den rechten Arm in die Höhe. Mboladinga ahmte damit die Pose des Denkmals Patrice Lumumbas auf seinem Mausoleum in Kinshasa nach – und wurde zum Symbol des Turniers.
Er trug dabei immer eine farbenfrohe Anzug-Kombi in Blau, Rot und Gelb, den Farben der kongolesischen Flagge – und sah durch Frisur und Brille dem echten Lumumba zum Verwechseln ähnlich.
In Interviews erklärte Mboladinga, dass seine Auftritte als Hommage an Lumumba gedacht seien und für Werte wie Würde, Freiheit und nationale Souveränität stünden. Er dachte dabei aber auch an seine Mannschaft: „Ich stehe still, um dem Team Kraft zu geben und Energie an die Spieler weiterzugeben“, sagte Mboladinga gegenüber der Associated Press.
Erst als die Nationalmannschaft der DR Kongo gegen Algerien nach Verlängerung ausschied, brach Mboladinga seine Performance ab und konnte die Tränen auf der Tribüne nicht zurückhalten.
Zeichen des Friedens
Lumumba ist nach wie vor für viele der Nationalheld der DR Kongo. Er trug 1960 dazu bei, die belgische Kolonialherrschaft zu beenden, wurde der erste Premierminister des neu unabhängigen Landes und galt als eine der vielversprechendsten politischen Figuren Afrikas. Doch weniger als ein Jahr später kam er bei einem Konflikt mit einer von Belgien unterstützten Sezessionsbewegung ums Leben. Das Land versank in jahrzehntelanger Diktatur, die seine riesigen Bodenschätze ausbeutete – ähnlich wie die Kolonialisten zuvor.
Mboladinga wurde beim Turnier in Marokko von mehreren hundert kongolesischen Fans begleitet. „Er sendet sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene eine deutliche Botschaft aus. Die offene Handfläche ist ein Zeichen des Friedens, und wir brauchen Frieden in unserem Land“, sagte Jered Bitobo, Kommunikationschef einer bekannten Fangruppe, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Der rohstoffreiche Osten des Landes ist seit Jahrzehnten umkämpft, und mit den Kämpfen der von Ruanda unterstützten Rebellengruppe M23 gegen die kongolesische Armee hat sich der Konflikt in den letzten Jahren erneut zugespitzt.
Katharina Wilhelm Otieno ist Redakteurin bei E+Z und arbeitet zeitweise in Nairobi.
euz.editor@dandc.eu
Dies ist die dritte unserer Fußballgeschichten. Weitere Geschichten finden Sie hier.