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Persönliche Erfahrungen

Covid-19 weltweit

von Thuany Rodrigues, Raphael Mweninguwe, Sabine Balk

In Kürze

Menschen aus Malawi warten auf Corona-Impfung im Ndirande Health Centre in Blantyre 2021.

Menschen aus Malawi warten auf Corona-Impfung im Ndirande Health Centre in Blantyre 2021.

Die Pandemie hat den Alltag der Menschen auf der ganzen Welt beeinflusst. Viele haben eine nahestehende Person verloren und wurden selbst krank oder arbeitslos. Selbstverständlichkeiten wie Händeschütteln, Reisen oder das eigene Arbeitsumfeld standen plötzlich in Frage. Wir haben einige unserer Autorinnen und Autoren gebeten, ihre persönlichen Erfahrungen mit uns zu teilen. Wir werden die Beiträge in drei Teilen auf unserer Website vorstellen. Dies ist der dritte Teil.

Brasilien: Viel Leid, wenige Vorteile

Für den Großteil der Armen und Benachteiligten in Brasilien war die Pandemie bisher einfach nur grausam. Viele Menschen wurden arbeitslos und haben jegliche Perspektive verloren. Zu viele kamen ums Leben. Präsident Jair Bolsonaro goss noch Öl ins Feuer, indem er die Gefahr des Virus herunterspielte. Brasilien hatte zum Beispiel anfangs nicht genug Impfstoff, weil er sich weigerte, welchen zu kaufen. Ich hatte den Eindruck, dass sich niemand für uns einsetzt, und war emotional erschöpft. Die Pandemie brachte aber auch Vorteile. Ich hatte das Glück, im Homeoffice arbeiten zu können. Das spart Zeit, und ich bin der Kriminalität in Rio de Janeiro weniger ausgesetzt. Die Krise hat mich – und viele andere in Brasilien – nachdenklich gemacht: Zu oft verschwenden wir unsere Zeit mit stressigem Pendeln, mit Jobs, in denen wir wenig Wertschätzung erfahren, und mit Problemen, für die es eigentlich Lösungen gibt.

Thuany Rodrigues ist Journalistin in Rio de Janeiro.
thuanyrodriigues@gmail.com


Malawi: Unwürdige Begräbnisse

Als die Zahl der Covid-19-Fälle in Malawi anstieg, ergriff die Regierung strenge Maßnahmen: Sie machte Büros, Geschäfte und auch die Landesgrenzen dicht und verordnete Social Distancing. Eine Maßnahme, die ich schwer erträglich fand, war die Art und Weise, wie Menschen beerdigt wurden, die an Covid-19 gestorben waren. Sie bekamen kein würdiges Begräbnis. Nicht einmal Verwandte durften an der Beerdigung teilnehmen, geschweige denn Freunde und Bekannte, wie es sonst üblich ist. Das wurde mir besonders bewusst, als ich an der Beerdigung eines ehemaligen Arbeitskollegen teilnahm, der an Nierenversagen gestorben war. Auf dem Friedhof in Lilongwe, der Hauptstadt Malawis, sah ich das Grab eines anderen guten Bekannten. Er war an Covid-19 verstorben. Ich war schockiert: Nur einen Monat vor seinem Tod hatte ich mit ihm gesprochen. Jetzt musste ich seinen Namen auf einem Grab sehen – und konnte mich nicht einmal bei einer angemessenen Beerdigung von ihm verabschieden.

Raphael Mweninguwe ist freier Journalist in Malawi.
raphael.mweninguwe@hotmail.com
 

 

Deutschland: Schnelles, beherztes Handeln ist möglich

Corona war für uns wohlstands- und freiheitsverwöhnte Deutsche traumatisch. Plötzlich durfte man nicht einmal mehr die engste Familie treffen. Das war bis dato unvorstellbar, und ich verfiel in einen Schockzustand. Dazu kam die Todesangst vor dem Virus. Für meine Kinder war die Situation besonders schlimm. Trotz dieser schweren Beeinträchtigung unseres Lebens bin ich demütig und dankbar, in Deutschland zu leben. Wir haben mit als  die Ersten in der Welt die lebensrettenden Impfstoffe und Medikamente bekommen, und wir hatten immer die bestmögliche medizinische Versorgung. Ich kann Corona sogar eine positive Seite abgewinnen. Die Pandemie hat gezeigt, dass schnelles, unkonventionelles Handeln möglich ist. Viele Millionen Menschen haben von heute auf morgen von zu Hause gearbeitet. Dadurch ist viel CO2 eingespart worden. Ich finde, das sollte die Welt auch nach Corona beibehalten: möglichst wenig unnötige Reisen und ein sehr entschlossenes Handeln in der Klimakrise.

Sabine Balk ist Redakteurin von E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit /D+C Development and Cooperation.
euz.editor@dandc.eu