Persönliche Erfahrungen

Covid-19 weltweit

Die Pandemie hat den Alltag der Menschen auf der ganzen Welt beeinflusst. Viele haben eine nahestehende Person verloren und wurden selbst krank oder arbeitslos. Selbstverständlichkeiten wie Händeschütteln, Reisen oder das eigene Arbeitsumfeld standen plötzlich in Frage. Wir haben einige unserer Autorinnen und Autoren gebeten, ihre persönlichen Erfahrungen mit uns zu teilen. Wir werden die Beiträge in drei Teilen auf unserer Website vorstellen. Dies ist der erste Teil.

hat zuletzt im Herbst 2022 als freier Jornalist aus Lusaka, Sambia, zu E+Z/D+C beigetragen. Seine Themenschwerpunkte sind die sambische Landwirtschaft und Nachhaltigkeitsfragen.

hat zuletzt im Herbst 2021 als Journalistin aus Lagos zu E+Z/D+C beigetragen.

hat zuletzt im Sommer 2022 als Juradozentin an der Tribhuvan-Universität in Kathmandu zu E+Z/D+C beigetragen.
 

Beerdigung eines nepalesischen Covid-19-Patienten am Ufer des Bagmati-Flusses in Kathmandu im Jahr 2021. picture alliance/EPA-EFE / NARENDRA SHRESTHA Beerdigung eines nepalesischen Covid-19-Patienten am Ufer des Bagmati-Flusses in Kathmandu im Jahr 2021.

Sambia: Mangel an Medikamenten

Seitdem die ersten Covid-19-Fälle im März 2020 in Sambia auftraten, ist das Leben im Land beeinträchtigt. Besonders hart erwischte es den Gesundheitssektor. Aufgrund der ungewöhnlich hohen Nachfrage gingen den medizinischen Einrichtungen wichtige Medikamente aus, etwa Hustensäfte, Schmerzmittel und Vitamin-C-Präparate. Dieser Mangel hatte auf den Alltag vieler Menschen negative Auswirkungen. Für meinen Fünfjährigen stand beispielsweise eine Routineoperation in unserer örtlichen Klinik an, als Covid-19 ausbrach. Er konnte aber zunächst nicht operiert werden, weil die notwendigen Medikamente und chirurgischen Instrumente fehlten. Glücklicherweise fand die Operation inzwischen statt. Die Regierung hat es versäumt, vorauszuplanen und genügend Medikamente und medizinische Ausrüstung zu beschaffen – das ist sicherlich eine der wichtigsten Lehren aus Covid-19 in Sambia. Das Land muss sich auf künftige Notsituationen definitiv besser vorbereiten.

Derrick Silimina ist freier Journalist aus Lusaka.
derricksilimina@gmail.com


Nigeria: Reisebeschränkungen und Jobverluste

Als Journalistin bin ich vor der Pandemie viel gereist. Einmal im Jahr besuchte ich zum Beispiel die Internationale Arbeitskonferenz im schweizerischen Genf. Als Covid-19 ausbrach, konnten Medienschaffende in Nigeria aber nicht einmal mehr Aufträge auf lokaler Ebene angehen, weil das Reisen innerhalb des Landes eingeschränkt war. Einige meiner Kolleginnen und Kollegen haben ihre Arbeit verloren und arbeiten jetzt freiberuflich mit geringerem Einkommen. Ich weiß auch von einem ehemaligen Gewerkschafter, der entlassen wurde. Der Mann arbeitete in einem Hotel, jetzt betreibt er Landwirtschaft in Vollzeit. Viele Beschäftigte in Nigeria wurden entlassen mit dem Versprechen, dass sie zurückgeholt würden, sobald sich die Lage bessern würde. Allerdings bekamen sie diese zweite Chance nie, weil die Wirtschaftskrise anhält. Ein positiver Aspekt der Covid-19-Pandemie ist immerhin, dass die Menschen in Nigeria jetzt mehr auf ihre Gesundheit achten.

Bimbola Oyesola ist eine in Lagos lebende Journalistin.
oritokeoyee@gmail.com


Nepal: Trauernde Gesellschaft

Nepal ist eine Nation in Trauer. Wir alle haben während der ersten, zweiten oder dritten Welle der Covid-19-Pandemie eine nahestehende Person verloren: Familienangehörige, Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen. Meine Tante mütterlicherseits beispielsweise wurde nach ihrer Infektion nicht rechtzeitig intensivmedizinisch versorgt – und starb. Ich selbst machte zwei Infektionen durch und bangte um mein kleines Kind, während ich zu Hause in Quarantäne war. Derzeit wird viel gesprochen über die „neue Normalität“ oder die Digitalisierung. Aber wir reden nicht genug darüber, was wir durchgemacht haben. Außerdem tut es weh zu wissen, dass viel Leid hätte vermieden werden können, wenn Nepal ein besseres Gesundheitssystem hätte. Einige Menschen könnten noch am Leben sein, hätten mehr Krankenhausbetten zur Verfügung gestanden, insbesondere auf den Intensivstationen. Die Regierung hat es jedoch versäumt, rechtzeitig die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

Rukamanee Maharjan ist Assistenzprofessorin für Recht an der Tribhuvan-Universität in Kathmandu.
rukumaharjan@gmail.com

 

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