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Reproduktive Gesundheit

Selbstgemachte Damenbinden

von Rabson Kondowe

In Kürze

Screenshot der zivilgesellschaftlichen Organisation YONECO.

Screenshot der zivilgesellschaftlichen Organisation YONECO.

Frauen und Mädchen benötigen Damenbinden, doch in ländlichen Gegenden Malawis sind diese Luxus. Deshalb brechen viele Mädchen in afrikanischen Ländern die Schule ab, sobald ihre Periode einsetzt.

Weil sie keine Hygieneprodukte haben, gehen viele Mädchen während ihrer Menstruation nicht zur Schule. Ein UNESCO-Bericht schätzt, dass im südlichen Afrika mindestens eines von zehn Mädchen pro Tag aus diesem Grund der Schule fern bleibt. Viele Mädchen brechen die Schule sogar komplett ab, sobald ihre Periode einsetzt. Viele heiraten früh, erkranken an HIV/Aids und geraten in einen Teufelskreis aus Mangel und Elend. Stigma und Scham rund um die Monatshygiene sind groß. Zudem haben viele Schulen keine richtigen Toiletten.

Die meisten Mädchen menstruieren vier bis sechs Tage im Monat. Beginnt die Periode sonntags, verpassen sie meist die nächsten fünf Unterrichtstage. Aktivisten, die sich in Malawi für Menstruationsgesundheit einsetzen, versuchen, das Schweigen darüber zu brechen.

Da 80 Prozent aller Malawier auf dem Land leben, richten sich die Kampagnen an Jugendliche auf dem Dorf. Die Mädchen lernen, wiederverwertbare Damenbinden aus gut erhältlichen Materialien wie Baumwolle oder Stofffetzen zu nähen.

Im Distrikt Mulanje ist die zivilgesellschaftliche Organisation YONECO (Youth Net and Counselling) in diesem Bereich aktiv. Geschäftsführer McBain Mkandawire sagt: „Wir wollen dafür sorgen, dass die Mädchen weiter zur Schule gehen und nicht den Unterricht verpassen, sobald ihre Periode einsetzt. Sie sollen Damenbinden bekommen und in der Lage sein, auch während der Menstruation am Unterricht teilzunehmen.“

Mkandawire sagt, die Initiative helfe auch, HIV und Aids-Infektionen zu verhindern. Arme Mädchen, die dringend Geld brauchten, seien geneigt, sich zu prostituieren. Durch die Unterstützung bei der Monatshygiene mindert YONECO ihren finanziellen Druck. Denn Damenbinden seien im Laden oft unerschwinglich teuer. Das Programm wird von der nichtstaatlichen Organisation Global Fund über Action Aid und Christian Aid finanziert.

Selbsthilfe ist von großer Bedeutung. YONECO organisiert die Jugendlichen in Mädchen-Clubs. Unterstützt vom Global Fund, hat das Netzwerk seit 2006 fast 2700 Mädchen beigebracht, Binden selbst herzustellen. YONECO verteilt auch kostenlose Binden an den Schulen und verkauft sie zu günstigen Preisen in Läden – somit verdient die NGO sogar noch etwas Geld.

Die Binden sind sehr einfach zu verwenden. Sie müssen nach Gebrauch gewaschen werden und können bis zu einem Jahr lang benutzt werden, erklärt eines der beteiligten Mädchen, Elita Lijoni. Sie sagt, die Situation habe sich verbessert: „Wir sind froh, dass wir etwas gegen die Schulabbrüche von Mädchen in unserer Gegend tun können. Wir wollen dafür sorgen, dass sie ihre Ausbildung abschließen und dann zur Entwicklung des Landes beitragen können.“

Thoko Masauli, die ebenfalls zum Club gehört, sagt, sie wollen so viele Schulen wie möglich erreichen. „Wir möchten die Versorgung mit Damenbinden über unseren Bezirk hinaus ausweiten.”


Rabson Kondowe arbeitet als Journalist in Blantyre, Malawi. Er ist auf die Bereiche soziale Entwicklung, Gesundheit und Wirtschaft spezialisiert.
[email protected]


Link
YONECO:
https://yoneco.org
 

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