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Sexuelle Aufklärung

„Es geht um mehr als nur Familienplanung“

von Luther Dennis Nii Antieyie Addy

Hintergrund

Aufklärung ist unerlässlich im Kampf gegen HIV/Aids.

Aufklärung ist unerlässlich im Kampf gegen HIV/Aids.

Die meisten westafrikanischen Länder verzeichnen hohe Raten an HIV/Aids, anderen sexuell übertragbaren Krankheiten und Teenager-Schwangerschaften. Ghana ist keine Ausnahme. Aber das Land hat gute Erfahrung mit Präventionsprogrammen gemacht. Mit einer AIDS-Prävalenzrate von 1,4 Prozent unter Erwachsenen ist es zumindest besser dran als einige andere in der Region. Die wahrscheinlich älteste zivilgesellschaftliche Organisation, die sich dem Thema widmet, ist die Planned Parenthood Association of Ghana (PPAG). Luther Dennis Nii Antieyie Addy, ein junger PPAG-Freiwilliger, erzählt Eva-Maria Verfürth von seinem Engagement.

Wieso engagieren Sie sich als Freiwilliger bei PPAG?
Ich möchte über sexuelle und reproduktive Gesundheitsrechte (SRGR) informieren und ein Vorbild sein. Ich möchte andere junge Menschen erreichen, die noch nicht so viel über das Thema wissen, und ihnen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir sind etwa 500 Freiwillige bei PPAG.

Die PPAG-Freiwilligen aus Accra organisieren regelmäßig Bildungswochen zu SRGR in ländlichen Gegenden. Vor zwei Jahren zum Beispiel sind Sie in das Dorf Nkyenoa in Ost-Ghana gereist. Wie ist die Situation in Nkyenoa?
Die Menschen in Ghanas ländlichen Regionen sind meist schlechter über soziale Themen informiert. Sie haben nur eingeschränkten Zugang zu Bildung und zu sozialen Einrichtungen. Deshalb haben sie auch öfter Probleme mit sexueller Gesundheit. Mädchen werden schon als Teenager schwanger, werden früh verheiratet oder brechen die Schule vorzeitig ab. Die sexuelle Aufklärung reicht einfach nicht aus – da ist Nkyenoa keine Ausnahme.

Warum organisieren Freiwillige diese Bildungswochen, können professionelle Mitarbeiter das nicht besser?
Wir sind Teil des Youth Action Movement, der Jugendbewegung von PPAG. Wir werden gezielt zu den Themen sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie Lebensplanung geschult – und sind somit bestens ausgebildet für solche Aktivitäten. In Nkyenoa hat uns aber auch eine professionelle Krankenschwester begleitet.

Sie waren für fünf Tage vor Ort und wollten vor allem junge Leute erreichen. Wie haben Sie das gemacht?
Wir haben eine Vielzahl von Aktivitäten angeboten, darunter eine Varieté-Show, Sportveranstaltungen und ein „Grand Durbar“ – ein Event im Palast des Dorfchefs mit Diskussionsrunden und Theaterstücken. In den ersten Tagen haben wir auch Umzüge durch Nkyenoa und die Nachbardörfer gemacht. Wir wurden von Dorfbewohnern und einer Blaskapelle begleitet und haben Plakate hochgehalten. Wir haben auch Flyer und Kondome verteilt. Das Ziel war, die Jugendlichen aus den Dörfern zusammenzubringen und ihnen unsere Informationen in einer offenen und jugendlichen Atmosphäre zu übermitteln. Wir haben zudem Einzelberatungen angeboten sowie Diskussionsgruppen, die nach Geschlecht und Alter getrennt waren. Themen waren Hygiene, Werte, Teenager-Schwangerschaften, Selbstwertgefühl, HIV/Aids, sexuell übertragbare Krankheiten, Abtreibung und Partnerschaft.

Waren die Jugendlichen schüchtern?
Sie waren ganz offen, vor allem während der Einzelgespräche und in den Gruppendiskussionen. Besonders interessiert waren sie an Themen wie Teenager-Schwangerschaften und Abtreibung, weil es darüber eine Menge Mythen und falsche Vorstellungen gibt.

Wie oft machen die PPAG-Freiwilligen diese Veranstaltungen auf dem Land?
Da uns nicht mehr Mittel zur Verfügung stehen, können wir sie nur einmal im Jahr durchführen.

Die weiblichen Freiwilligen wollten den Mädchen aus Nkyenoa auch zeigen, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen können und dass sie ihr eigener Herr sind.
Ja, bei sexueller Aufklärung geht es um mehr als nur um Familienplanung. Nur wenn Frauen selbständig sind, können sie auch für ihre Rechte eintreten und gute Entscheidungen für ihre Familien treffen. Wenn sie sich dagegen wehren, zu früh verheiratet zu werden, und stattdessen mehr Bildung bekommen, werden sie sich später selber für Bildung für Mädchen einsetzen. Und sie haben bessere Voraussetzungen, um einen guten Haushalt aufzubauen.


Luther Dennis Nii Antieyie Addy engagiert sich freiwillig bei der Planned Parenthood Association of Ghana (PPAG) in Accra, Ghana.
[email protected]

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