D+C Newsletter

Liebe Besucher,

kennen Sie unseren Newsletter? Er hält Sie über unsere Veröffentlichungen auf dem Laufenden. Wenn Sie sich registrieren, bekommen Sie ihn jeden Monat zugesendet.

Herzlichen Dank,
die Redaktion

Registrieren

Libanon

Das konfessionelle parlamentarische ­System Libanons

von Mona Naggar

In Kürze

Die Sitze im libanesischen Parlament werden im Verhältnis der Anteile der Religionsgemeinschaften an der Gesamtbevölkerung verteilt.

Die Sitze im libanesischen Parlament werden im Verhältnis der Anteile der Religionsgemeinschaften an der Gesamtbevölkerung verteilt.

Etwa 4 Millionen Menschen leben im Libanon . Dazu sind seit Ausbruch des Krieges in Syrien 2011 ungefähr 1,5 Millionen Flüchtlinge dazugekommen. Es gibt 18 anerkannte christliche und islamische Religionsgemeinschaften. Schätzungen gehen davon aus, dass Christen, Sunniten und Schiiten jeweils ungefähr ein Drittel der Bevölkerung ausmachen.

Seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1943 ist der Libanon eine parlamentarische Demokratie mit stark konfessionellen Zügen. Die Parlamentssitze werden im Verhältnis der Anteile der Religionsgemeinschaften an der Gesamtbevölkerung verteilt. Eine Volkszählung vom Beginn des 20. Jahrhunderts wird dieser Verteilung zugrunde gelegt. So gehen die Hälfte der Sitze an Muslime, die andere Hälfte an Christen. Darüber hinaus muss der Staatspräsident maronitischer Christ sein, der Ministerpräsident sunnitischer Muslim und der Parlamentspräsident schiitischer Muslim.

Die Koexistenz im Libanon basiert auf der Verteilung der Macht zwischen den religiösen Gemeinschaften im Land. Dieses System hat sich in der Vergangenheit immer wieder als äußerst fragil erwiesen. Durch den Krieg im Nachbarland Syrien und die Rolle libanesischer Parteien darin scheint es überfordert.

Die Gemengelage ist unübersichtlich: Libanesische schiitsche Parteien unterstützen das syrische Regime. Die schiitische Hisbollah, ein Verbündeter des Iran, engagiert sich militärisch auf der Seite der Truppen des syrischen Präsidenten Bashar Al-Assad. Die Miliz ist eine lebenswichtige Stütze für Assad. Die sunnitischen Kräfte – Verbündete Saudi-Arabiens – stehen der syrischen Opposition nahe. Radikalsunnitische Gruppierungen, die eine Minderheit unter den libanesischen Sunniten ausmachen, werben für den Kampf gegen das Regime in Damaskus. Ein Teil der christlichen Parteien hat sich mit der Hisbollah verbündet, ein anderer Teil mit den Sunniten. Viele Libanesen sympathisieren mit der einen oder anderen Konfliktpartei im Nachbarland, und die Gesellschaft ist gespalten. (mn)

Kommentar hinzufügen

Zum Verfassen von Kommentaren bitte anmelden oder registrieren