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Marktmacht

Öffentlich-private Kooperation

von Lucien Silga

In Kürze

Genetically modified black-eyed peas will soon be cultivated in Burkina Faso.

Genetically modified black-eyed peas will soon be cultivated in Burkina Faso.

Viele verschiedene Akteure werben für die Verbreitung sogenannten verbesserten Saatguts in Burkina Faso. Dazu gehören unter anderem der Staat, Geldgeber aus dem Entwicklungsbereich, wissenschaftliche Institutionen und Stiftungen, Saatgutunternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen. Zusammen verfügen sie über eine gewaltige Finanzkraft.

In den meisten Fällen haben die Akteure Verbindungen zueinander, und hinter vielen Projekten stehen multinationale Saatgutfirmen. Es gibt eine riesige Anzahl von öffentlich-privaten Partnerschaften, in denen diese Multis mit der Regierung zusammenarbeiten, um ihre wirtschaftlichen Inter­essen voranzutreiben.

Ein Beispiel ist die Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (Alliance for a Green Revolution in Africa – AGRA). Sie präsentiert sich als afrikanische Initiative, wird aber hauptsächlich von der Bill und Melinda Gates-Stiftung und der US-Entwicklungsbehörde USAID finanziert. AGRA arbeitet eng mit Grow Africa zusammen, einem Zusammenschluss von mehr als 200 Unternehmen, deren Ziel es ist, Investitionen und Profite des Privatsektors in der Landwirtschaft in Afrika zu steigern.

Wichtig ist in dem Zusammenhang auch, dass die Saatgutindustrie Burkina Faso zum Zielland für die Einführung genveränderter Sorten erklärt hat. Trotz des dramatischen Flops von genveränderter Baumwolle, die gegen eine bestimmte Raupenart resistent sein sollte, will die Regierung in Kürze genveränderte Augenbohnen in den Markt einführen.

Zudem werden in Burkina Faso derzeit Versuche mit neuen Methoden der Biotechnologie vorgenommen wie der Gene-Drive-Technik, mit der das Erbgut ganzer Populationen verändert werden kann. Beispielsweise werden mit dem Verfahren Mücken steril gemacht, um die Mückenpopulation zu verringern und so die Ausbreitung von Malaria einzudämmen. Zivilgesellschaftliche Organisationen kritisieren, dass die Experimente ohne vorheriges Einverständnis der Bevölkerung und entgegen nationalen und internationalen Abkommen zur Biosicherheit stattfinden. (ls)

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