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Landwirtschaft

Weltbank erkennt Chancen

von Cathrine Schweikardt

In Kürze

A rose plantation in Addis Ababa: international “land grabbing” in Africa has come under criticism, but the World Bank sees opportunities under certain conditions

A rose plantation in Addis Ababa: international “land grabbing” in Africa has come under criticism, but the World Bank sees opportunities under certain conditions

Mittels Käufen und Pachtverträgen sichern sich immer mehr ausländische Investoren große Agrarflächen in Entwicklungsländern. Die Weltbank sieht diesen Trend als Gelegenheit, Entwicklung zu fördern – unter klaren Be­dingungen.

Investitionen in die Landwirtschaft scheinen nach der Nahrungsmittelkrise und dem Biotreibstoffboom sicher, und Agrarflächen versprechen hohe Profite für die Zukunft (E+Z/D+C 9/2009, S. 349). Laut Weltbank steigt die Nachfrage weiter: Allein 2009 hat sich die aufgekaufte Landfläche um das Zehnfache auf 45 Millionen Hektar erhöht. Davon befinden sich 70 Prozent in Afrika.

Experten taten sich bisher schwer, die Folgen der neuen Welle der Landnahme (englisch „land grabbing“) abzuschätzen, weil Informationen und Erfahrungen fehlten. Der Weltbank-Bericht „Rising Global Interest in Farmland – Can It Yield Sustain­able and Equitable Benefits?“ wirkt dem durch die Untersuchung von Landnahmen in 14 Ländern zwischen 2004 und 2009 entgegen.

Die Weltbank sieht die Investitionen in die Landwirtschaft als Chance, die Entwick­lung vor Ort voranzutreiben – beispielsweise durch den Ausbau der Infrastruktur, die Schaffung neuer Arbeitsplätze, höhere Steuereinnahmen oder den Zugang zu Markt und Technologien für lokale Produzenten. Aber Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander: Regierungen und Inves­toren halten sich nicht an ihre Abmachungen, weil Erfahrungen im Umgang mit Großinvestitionen und Informationen über lokale Land- und Besitzrechte fehlen. Schwache Regierungsführung und undurchführbare Entwicklungsstrategien erschweren zudem die Umsetzung der Projekte – oft mit negativen Folgen für die Bevölkerung, wie Vertreibung.

Diesen Risiken will die Weltbank durch einen verstärkten Informationsaustausch aller Teilnehmer – Regierungen, Investoren, Zivilgesellschaft, internationale Organisationen – entgegenwirken. Ein guter Anfang ist hier die internetbasierte „Knowledge Exchange Platform for Responsible Agro-Investment“. Die Weltbank empfiehlt sieben handlungsleitende Prinzipien:
– Achtung von Land- und Besitzrechten,
– Gewährleistung der Nahrungssicherheit,
– Transparenz, gute Regierungsführung und Umweltschutz,
– Beratung und Teilhabe,
– verantwortungsbewusstes Agro-Investing,
– soziale Nachhaltigkeit und
– ökologische Nachhaltigkeit.

Laut Weltbankbericht werden in Afrika nur etwa 30 Prozent der potentiellen Ernte produziert. Die Landwirtschaft brauche daher nicht nur mehr Investitionen, auch die Produktionskapazitäten auf bereits bestehendem Farmland müssten steigen. Denn eine höhere landwirtschaftliche Produktivität bringe die Menschheit ihrem obersten Millennium Development Goal (MDG) näher: die Zahl der über eine Milliarde Hungernden zu halbieren.

Cathrine Schweikardt