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Klimaschutz

Covid-19 und die Klimakrise sind miteinander verbunden

von Katie Cashman, Waldo Soto, Luis Cisternas

Heutzutage

Mauritius versucht, die vom steigenden Meeresspiegel verursachte Stranderosion mit Sandsäcken zu verhindern.

Mauritius versucht, die vom steigenden Meeresspiegel verursachte Stranderosion mit Sandsäcken zu verhindern.

Die Medien haben die Covid-19-Pandemie als „die schlimmste Krise seit 100 Jahren“ bezeichnet. Das Gleiche gilt für die globale Klimakrise. Tatsächlich weisen die beiden Krisen Ähnlichkeiten auf. Wenn sie gut bewältigt werden, können beide die Widerstandsfähigkeit der Menschheit verbessern.

Die globale Krise um die Covid-19-Pandemie verschärft die Schwäche von Regierungen und das Fehlen eines koordinierten Krisenmanagements. Weltweit steht der Schutz der Wirtschaft dem Schutz von Menschenleben gegenüber – diese beiden Pole bestimmen das staatliche Handeln.

So ähnlich sieht es auch mit der Bekämpfung der globalen Erwärmung aus. Viele betrachten Klimaschutzmaßnahmen als Hindernis für Wirtschaftswachstum. Die Ähnlichkeit zwischen den beiden Krisen ist unbestreitbar, obwohl die Covid-19-Krise bald enden könnte. Das gilt für die Klimakrise sicher nicht.

Unter beiden Krisen haben die am meisten zu leiden, die ohnehin schon zu den Gefährdetsten zählen – entweder wegen ihres Alters, einer Erkrankung oder weil sie in einem Staat leben, der sie nicht schützt. Dies ist besonders in Ländern mit hoher Ungleichheit, Armut, schlechten Gesundheitssystemen, Korruption und Misstrauen gegenüber der Regierung der Fall. Loretta Hieber, die UN-Delegierte für Katastrophenvorsorge für den asiatisch-pazifischen Raum, sagte am 22. April: „Die Schwächsten sind von beiden Krisen am stärksten betroffen.“ Die Krisen betreffen alle Menschen, aber gleichzeitig verschärfen sie die Verletzlichkeit derer, die über weniger Ressourcen verfügen.

Nach wissenschaftlicher Definition ist eine Krise durch einen störenden Reiz – eine Überraschung, einen Schock – gekennzeichnet, der Individuen dazu veranlasst, ihr Verhalten neu anzupassen. Solche „Schocks“ können dauerhafte Folgen haben, wie chronischer Stress oder Unterernährung. Bei so einer Krise entwickeln Menschen einen Wunsch nach Problemlösung. Gelingt es ihnen jedoch nicht, das Problem zu lösen, können sie dauerhaft das Vertrauen in die Lösung künftiger Herausforderungen verlieren. Auf diese Weise kann eine Krise als ein Wendepunkt im Leben betrachtet werden, an dem eine Person entweder ihre Methoden zur Lösung von Problemen erweitert oder mit Methoden endet, die realitätsfremd oder nicht umsetzbar sind. Das gilt auch für Gemeinschaften und Organisationen.

Daher können sowohl die Covid-19-Krise als auch die Klimakrise als Gelegenheit dienen, neue Verhaltensweisen anzunehmen, die verfügbaren Methoden zu erweitern und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, zu verbessern. Eine Krise ist vorübergehend, aber was von ihr übrig bleibt, hängt von der Reaktion auf sie ab. Die grundlegende Frage ist, wie die Krise so bewältigt und überwunden werden kann, dass sie zu einer verbesserten Widerstandsfähigkeit führt. Eine grundlegende Antwort scheint die Verringerung der Ungleichheiten in unseren Gesellschaften zu sein, so dass der Schutz aller gewährleistet wird.


Waldo Soto arbeitet bei der Umweltorganisation 2811, die in Deutschland, Chile und Kolumbien aktiv ist.
[email protected]

Luis Cisternas ist Psychologe bei 2811.
[email protected]

Katie Cashman ist bei 2811 für Klimapolitik zuständig.
[email protected]

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