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Finanzielle Zusammenarbeit

Mehr Geld für Entwicklung

von Monika Hellstern

In Kürze

Im Zaatari-Flüchtlingslager, Jordanien, kauft ein Mann bargeldlos in einem Supermarkt ein, der mit Technik zur Iris-Erkennung arbeitet.

Im Zaatari-Flüchtlingslager, Jordanien, kauft ein Mann bargeldlos in einem Supermarkt ein, der mit Technik zur Iris-Erkennung arbeitet.

Im Jahr 2017 haben die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und ihre Tochtergesellschaft, die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), 9,7 Milliarden Euro für neue Entwicklungsprojekte zugesagt.

Fast 40 Prozent des Geldes, rund 3,7 Milliarden Euro, werden in Subsahara-Afrika, Nordafrika und im Nahen Osten eingesetzt. Dort verzeichnete die Bank das größte Wachstum an Zusagen. „Fluchtursachenbekämpfung“ und friedensbildende Maßnahmen werden zunehmend wichtiger. Schwerpunkte der Bank waren im letzten Jahr Frieden und Sicherheit, berufliche Bildung und Beschäftigung sowie Klima- und Umweltschutz.

Die Unterstützung von Flüchtlingen ist zu einem wichtigen Teil der Arbeit der KfW geworden. Derzeit gibt die Bank mehr als 3 Milliarden Euro für 117 Projekte mit Flüchtlingen in 28 Ländern aus. In einem Pressegespräch sprach KfW-Vorstand Joachim Nagel über das Flüchtlingslager Zaatari in Jordanien. Dort leben etwa 78 000 syrische Flüchtlinge. „Junge Leute in diesen Lagern brauchen Arbeit“, sagt er. KfW-Projekte unterstützen das Camp mit Wasser- und Strominfrastruktur sowie Bildungsprogrammen.

In fragilen Kontexten müssen Geber schnell und effizient eine grundlegende physische und soziale Infrastruktur bereitstellen. Bürokratische Prozesse verlangsamen die Umsetzung häufig. Laut Nagel sind Gespräche mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Gange, um effizientere Verfahren in Notsituationen zu ermöglichen. Er begrüßt, dass die Entwicklungspolitik in der deutschen Öffentlichkeit an Bedeutung gewonnen hat.

Die KfW will bei ihren Projekten im Ausland nachhaltig handeln. Mehr als die Hälfte der Mittel für Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern wurden für Klimaschutz und Umweltschutz bereitgestellt. „Dieser Anteil ist im Vergleich zu anderen Gebern hoch“, sagt Nagel. „Die im Jahr 2017 eingegangenen Verpflichtungen werden dazu beitragen, die CO2-Emissionen um 13,7 Millionen Tonnen zu reduzieren.“

Um die Emissionen noch weiter zu senken, will die Bank ihre klimabezogenen Projekte weiter ausbauen, zum Beispiel in den Bereichen Waldschutz und erneuerbare Energien. Darüber hinaus hat die KfW den InsuResilience Solutions Fund zur Unterstützung der InsuResilience Initiative gegründet, die im vergangenen Jahr auf dem UN-Klimagipfel in Bonn eingeleitet wurde. Ziel ist es, die Entwicklung innovativer Versicherungsprodukte zur Versicherung von Klimarisiken zu unterstützen. Davon sollen 400 Millionen arme und schutzbedürftige Menschen in Entwicklungsländern profitieren (siehe auch Chinedu Moghalu in E+Z/D+C e-Paper 2018/07, S. 23).

Nagel ging auf die jüngste Diskussion über sexuellen Missbrauch in der Entwicklungshilfe ein. „Ich nehme das Thema sehr ernst“, betont er. „Wir haben das Problem intern untersucht und es gab keine Fälle im Zusammenhang mit der KfW.“ Die Bank werde mit zusätzlichen Schulungsmaßnahmen sicherstellen, dass die Mitarbeiter den Verhaltenskodex der KfW einhalten.

Digitale Technologien werden immer wichtiger für deutsche Durchführungsorganisationen. Die DEG unterstützt die Entwicklung des Privatsektors in Entwicklungs- und Schwellenländern. „2018 wollen wir uns noch stärker darauf konzentrieren, unsere Partner bei der Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle zu unterstützen, einschließlich digitaler Technologien, zum Beispiel FinTech (Finanztechnologien) oder eLearning“, sagt Christiane Laibach, Sprecherin der DEG-Geschäftsführung.

Anfang des Jahres investierte die DEG 4 Millionen Euro in einen Anbieter mobiler Bezahlsysteme in Äthiopien. M-BIRR ist, ähnlich wie Kenias M-Pesa, ein bargeldloser Geldtransfer- und Bezahldienst, mit dem Nutzer per Handy bezahlen können. Die DEG unterstützt auch deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Sie haben sogenannte "German Desks" mit Partnerbanken in Nigeria, Kenia, Bangladesch, Indonesien und Peru eingerichtet. Um Investitionen zu erleichtern, hilft ein Bankangestellter deutschen KMU und ihren lokalen Partnern bei Bankdienstleistungen und Finanzierungen.

 

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