Äthiopien

Industrielle Perspektiven

Die Produktion von Primärprodukten wird Äthiopien nicht auf Dauer ein anhaltendes Wirtschaftswachstum und steigende Einkommen bescheren.

hat zuletzt im Frühjahr 2020 als ist Geographin am Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung zu E+Z/D+C beigetragen.
 

Arbeiter in Addis Abeba beim Aussortieren von Kaffeebohnen. Ron Giling/Lineair Arbeiter in Addis Abeba beim Aussortieren von Kaffeebohnen.

Das Land am Horn von Afrika will zwar die Produktivität im Agrarsektor noch weiter steigern. Es will genügend Nahrungsmittel für die Ernährung seiner Bevölkerung produzieren, was bislang trotz aller Fortschritte nicht gelingt. In Zukunft sollen auch mehr Rohprodukte zu höherwertigen Erzeugnissen veredelt werden, die sich mit größeren Gewinnmargen auf dem Weltmarkt verkaufen lassen.

Kaffee, Gewürze, Obst, Gemüse sowie tierische Produkte wie Fleisch und Milch sollen in sogenannten Agro-Industrieparks aufbereitet und weiterverarbeitet werden. Denn damit lässt sich nicht nur mehr Geld verdienen, es entstehen auch Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette. Diese braucht Äthiopien dringend für seine wachsende Zahl an Erwerbsfähigen.

Die Verarbeitung von Agrarprodukten ist allerdings nicht das einzige Standbein, auf das sich der äthiopische Industriesektor künftig stützen soll.

Auch weitere Betriebe aus der Leichtindustrie sollen sich im Land ansiedeln, etwa aus der Leder-, Textil- und Bekleidungsbranchen sowie der Chemie- und Pharmaindustrie. Laut Regierungsplänen sollen mit Hilfe ausländischer Investitionen bis 2025 zwei Millionen neue Jobs im Industriesektor entstehen. (ak)

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