D+C Newsletter

Liebe Besucher,

kennen Sie unseren Newsletter? Er hält Sie über unsere Veröffentlichungen auf dem Laufenden. Wenn Sie sich registrieren, bekommen Sie ihn jeden Monat zugesendet.

Herzlichen Dank,
die Redaktion

Registrieren

Demokratie

Neugier siegt

von Hans Dembowski

Meinung

Trump-Anhänger in Florida.

Trump-Anhänger in Florida.

Populistische Slogans sind oft widersinnig, weshalb offene und kritische Auseinandersetzung wichtig ist. Wer autoritäre Neigungen hat, schätzt aber unabhängiges Denken meist nicht.

Donald Trumps außenpolitische Ideen sind offenkundiger Unfug. Das Versprechen des voraussichtlichen republikanischen Präsidentschaftskandidaten, entlang der südlichen Grenze der USA eine Mauer zu bauen, die Mexiko bezahlen wird, ist nur ein Beispiel. Es ist absurd, kommt aber bei manchen US-Bürgern gut an.

Leider sind Trumps andere Vorschläge meist nicht besser – und das gilt ähnlich für die Rechtspopulisten, die in Europa einen Aufschwung erleben. Die AfD will beispielsweise Deutschland aus der Euro-Zone führen, verschweigt aber, was die rasante Aufwertung einer neuen D-Mark für die Exportwirtschaft bedeuten würde.

Unsortiertes Gedankengut ist für autoritäre Politik typisch. Je weniger Bürger die grundlegenden Zusammenhänge verstehen, desto gefährlicher ist die Propaganda. Deshalb diskreditieren Populisten unabhängige Journalisten und schränken, wo sie können, die Medienfreiheit ein. Lesern in Entwicklungsländern ist das nur allzu klar.

Der Sozialwissenschaftler Stanley Feldman hat in den USA eine Methode entwickelt, um Menschen mit autoritären Neigungen zu identifizieren. Die vier Fragen, die er nutzt, betreffen nicht Politik, sondern Erziehung. Was ist für ein Kind wichtiger, fragt er, Respekt vor dem Alter oder Unabhängigkeit? Gehorsam oder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten? Gute Manieren oder Neugier? Anständiges Benehmen oder die Fähigkeit, Anteil zu nehmen?

Wer den jeweils ersten Begriff wählt, bekennt sich implizit zu Hierarchie, Konformität und formaler Ordnung. Feldmans Fragen laufen natürlich nicht darauf hinaus, dass gutes Benehmen und Respekt unwichtig wären. Entscheidend ist aber, dass für eine aktive Zivilgesellschaft Selbstständigkeit und Einfühlungsvermögen wichtiger sind.

Feldmans Methode legt nahe, dass reiche Demokratien vor autoritärem Gehabe etwas besser geschützt sind als Entwicklungsländer, wo Hierarchien und Anciennität stärker betont werden. Unternehmensberater berichten, in deutschen Firmen wollten junge Leute heute als intelligente Individuen behandelt werden und würden schnell kündigen, wenn das nicht geschehe. Ähnliches wird auch aus anderen Industrienationen berichtet. Wer im Berufsalltag nicht herumkommandiert werden will, dürfte sich auch in anderen Lebensbereichen nicht ohne Weiteres unterordnen.

Beunruhigend ist jedoch, dass manche Menschen zwar verstehen, dass populistische Sprüche Quatsch sind, sie aber dennoch akzeptieren. Hierarchie und Konformität können leider ein Gefühl von Geborgenheit und Ordnung vermitteln. Deshalb fassen autoritäre Politiker manchmal auch in reichen Ländern Fuß. Dass Norbert Hofer von der FPÖ im Mai fast zum Bundespräsidenten Österreichs gewählt geworden wäre,  ist ein erschreckendes Beispiel.

Die Geschichte lehrt uns indessen, dass autoritäre Regierungen auch in Entwicklungsländern immer wieder scheitern. Die Sri Lanker haben vor einiger Zeit Maithripala Sirisena zum Präsidenten gewählt, anstatt Mahinda Rajapaksa, der zunehmend diktatorisch regierte, im Amt zu bestätigen. Auf den Philippinen, wo gerade der populistische Hardliner Rodrigo Duterte zum Staatschef gewählt wurde, haben „People’s Power“-Bewegungen einen autoritären Herrscher und einen korrupten Populisten davongejagt. In Burkina Faso hat eine Bürgerbewegung den Despoten Blaise Compaoré gestürzt. Sie wurde von jungen Leuten getragen, die es leid waren, gesagt zu bekommen, was sie denken sollen.

Hans Dembowski

Kommentare (1)

The duty that accompanies every right #

While promoting “liberal democracy” may be desirable but we need to remain mindful of the dangers associated with democratic transitions. In theory, human rights as ideal standard of achievement for all peoples and nations in itself poses no real danger. The folly, however, is when politicians and western nations selectively front these professed ideals as absolute standards below nobody or nation should be allowed. Yet, they themselves reach nowhere near living up to these ideals.

Nowhere is that more clear than in Uganda my own home country-that’s currently besieged and facing totalitarian blackmail by human rights crusaders who listen to no other reasoning but continue to imposes their own subjective views on others. In an already charged and distrustful political climate, ardent liberal internationalists and their local agents have decided to take human rights as exclusively “God-given” requiring no regulation whatsoever and continue to exert systemic pressure on all facets of government repeating falsehoods both nationally and internationally to the extent that people start believing them. Any attempt to regulate human rights by the state is faced with rage, blackmail, intimidation and violence.It is as if human rights exist in a kind of utopia where anybody, anyhow and anywhere does what he/ she wants in and onto society without any restriction.
Increasingly, Uganda is being portrayed as if there is a human rights crisis and yet the state is merely being overwhelmed by the demands of human rights claimants who now dominate the political landscape-the danger is that their lies and forgeries undermine democracy.
Meanwhile, the real human rights defenders (the objective human rights voices) are facing double blackmail. Today, when one objectively supports human rights and the related interventions, they are accused of supporting international imperialism. When one questions western negative interpretation of human rights on our local context, they are accused of condoning local authoritarianism.
There is a duty that accompanies every right- human rights impose an obligation to respect the rights of others and if there cannot be self-regulation, the state should do the regulation within acceptable levels allowed by law and in democracies.

please read me - See more at: http://www.newvision.co.ug/new_vision/news/1416207/uganda-performing-exc...
http://www.ugandandiasporanews.com/2016/04/16/opinion-the-last-word-how-...

Kommentar hinzufügen

Zum Verfassen von Kommentaren bitte anmelden oder registrieren