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Genderbasierte Gewalt

Ermordet, weil sie eine Frau war

von Virginia Mercado, Sheila Mysorekar

In Kürze

Eine Mutter hält das Bild ihrer ermordeten Tochter in Chihuahua.

Eine Mutter hält das Bild ihrer ermordeten Tochter in Chihuahua.

Femizide sind Hassverbrechen. Das bedeutet, dass eine Person einfach dafür umgebracht wird, dass sie eine Frau ist. Unter den 25 Ländern mit der weltweit höchsten Rate an Femiziden liegen 14 in Lateinamerika und in der Karibik. Viele Femizide geschehen beispielsweise in Mexiko, führen aber meist nicht zu Gerichtsverfahren.

Straffreiheit der Täter wiederum trägt zu Gewalt gegen Frauen bei. Es gehöre zum „patriarchalen Systems der Ungleichheit“, erklärt die zivilgesellschaftliche Menscherechtskommission (CMDPDH - Comisión Mexicana de Defensa y Promoción de los Derechos Humanos).

Der Rechtsstaat in Mexiko ist schwach, und viele Verbrechen werden nicht geahndet – inklusive Femiziden. Laut UN-Statistiken werden in Mexiko durchschnittlich sieben Frauen pro Tag getötet. Manche dieser Morde haben Verbindungen zum organisierten Verbrechen, andere sind schlicht und einfach genderbasiert.

Die Behörden vernachlässigen in der Regel Hassverbrechen gegen Frauen. Laut dem National Citizens’ Observatory on Femicide wurden zwischen Januar und Juni 2017 in 13 Staaten Mexikos 800 Frauen ermordet. Nur in 49 Prozent der Todesfälle wurde wegen Femizid ermittelt. „Es ist noch ein langer Weg, bevor die Behörden schnell handeln, um das Leben von Frauen zu retten“, sagt María de la Luz Estrada, Koordinatorin des Observatory, einer Allianz von 49 Menschenrechtsorganisationen aus ganz Mexiko. Ihr Aktivismus hat die Rechenschaftspflicht erhöht.

Die Gerichte verhandeln nun mehr Fälle von Femiziden. Die Statistiken sind jedoch irreführend, denn verschiedene staatliche Institutionen verwenden unterschiedliche Definitionen von Femizid. Zugleich ist es beunruhigend, dass die Polizei in der Regel kaum ein Verständnis für Geschlechterfragen hat. Das muss sich ändern.

Viele zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten daran, die Gewalt gegen Frauen in Mexiko zu beenden: Nuestras Hijas de Regreso a Casa, Red Mesa de Mujeres, El Closet de Sor Juana, Las Hijas de Violencia und viele andere. Diese Gruppen organisieren Kampagnen und Demonstrationen, um Femizide an die Öffentlichkeit zu bringen.

2017 wurde in Mexiko City im Museum der Erinnerung und Toleranz (Museo Memoria y Tolerancia) eine permanente Ausstellung über Femizide eröffnet, mit dem Titel „Feminicidio en México. ¡Ya basta!“ (Femizide in Mexiko. Schluss damit!). Die klare Botschaft: st: Genderbasierte Gewalt wird nicht toleriert. (vm/my)

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