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Editorial

Nebenwirkung von ­Konsum

von Katja Dombrowski

Meinung

Verkauf von Plastikmüll in Mumbai.

Verkauf von Plastikmüll in Mumbai.

Menschen machen Müll. Das ist quasi unvermeidlich. Die Menge hängt vom Lebensstandard ab: Mit zunehmendem Wohlstand und steigender Kaufkraft nimmt auch der Konsum zu – und mit ihm der Abfall. Die Hälfte des weltweiten Mülls fällt in den OECD-Ländern an, in Afrika und Südasien ist es am wenigsten. Doch die Zeiten ändern sich. Heute ist nicht mehr die USA, sondern China der größte Müllproduzent in absoluten Zahlen.

Abfall hängt stark mit Urbanisierung zusammen. Dabei ist es bemerkenswert, dass die Menge fester Siedlungsabfälle schneller wächst als die Urbanisierungsrate.

Plastik hat die entlegensten Winkel der Erde erobert. Es macht das Leben bequemer und tägliche Aufgaben wie Wasserholen leichter. Im Gegensatz zu früher verwendeten natürlichen Materialien verrottet Plastik aber nicht – wie die riesigen Müllteppiche in unseren Ozeanen anschaulich zeigen. Plastikabfall beinhaltet oft Chemikalien und schadet sowohl Menschen als auch Tieren. Beim Verbrennen entsteht giftiger Qualm. Plastikprodukte sollten länger verwendet und am Ende recycelt werden – was bislang kaum der Fall ist.

Der Umgang mit Müll ist eine große Herausforderung, und informelle Halden stellen ein Problem vor allem in Entwicklungsländern dar. Überschwemmungen, Luftverschmutzung und die Beeinträchtigung der öffentlichen Gesundheit gehören zu den Folgen.

Eine geregelte Müllentsorgung gehört zu den wichtigsten kommunalen Aufgaben und ist die Voraussetzung für funktionierendes, nachhaltiges urbanes Leben. In armen Ländern ist sie in der Regel der größte kommunale Haushaltsposten. Der Sektor gibt auch vielen Menschen Arbeit, wobei häufig soziale Absicherung fehlt. Arbeitsnormen und -sicherheit sind – wie in anderen Sektoren auch – ein wunder Punkt. Andererseits schaffen kleine Initiativen, die sich um die Einsammlung, Trennung und Weiterverwertung von Abfällen kümmern, Arbeitsplätze für arme Menschen in Entwicklungsländern.

Müllvermeidung und Wiederverwendung sind die wichtigsten Maßnahmen. Dahinter kommt das Recycling oder – für organische Abfälle – die Kompostierung. Ein gutes Abfallmanagement schafft Win-win-Situationen, weil Arbeitsplätze entstehen, wertvolle Ressourcen erhalten bleiben und weniger Mülldeponien gebraucht werden. Dort sollte nur landen, was gar nicht mehr verwendet werden kann.

Industrieabfälle stellen ein größeres Problem dar als Siedlungsabfälle, da sie häufig gefährliche Substanzen enthalten. Ohne angemessene Aufbereitung verschmutzt Giftmüll die Umwelt, kontaminiert das Trinkwasser und schadet Menschen und Tieren. Leider entsorgen viele Verantwortliche Industriemüll auf informellen Wegen, wobei nicht selten Korruption im Spiel ist.

Entwicklungshilfe kann einen Beitrag dazu leisten, das Abfallmanagement in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verbessern. Für die typischen Probleme gibt es weithin erprobte Lösungen. Allerdings produzieren die Industrieländer mit Abstand den meisten Müll – und auch sie gehen nicht in jedem Fall vorbildlich damit um. Plastikrückstände in Nahrungsmitteln sind keine Seltenheit. Auch landen digitale Geräte, die seltene Erden und wertvolle Metalle enthalten, oft im Müll anstatt recycelt zu werden. Viele reiche Länder sammeln ihre Abfälle zwar vorbildlich ein, produzieren davon aber immer größere Mengen.


Katja Dombrowski ist Redakteurin bei E+Z Entwick­­lung und Zusammenarbeit / D+C Development and Cooperation.
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