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Klimawandel

Frischer Schwung

von Jennifer Morgan

Meinung

Autoverkehr in Los Angeles: Kalifornien hat sich ehrgeizige Reduktionsziele gesetzt.

Autoverkehr in Los Angeles: Kalifornien hat sich ehrgeizige Reduktionsziele gesetzt.

Die Welt steht vor einer neuer Ära internationaler Kooperation wegen des Klimawandels. 2009 enttäuschte der Gipfel in Kopenhagen (COP15) die hohen Erwartungen, er werde ein neues, internationales und rechtsverbindliches Abkommen begründen. Sechs Jahre später wird nun wieder ein neues Abkommen in Aussicht gestellt, das COP21 in Paris beschließen soll. Diesmal gibt es aber Anzeichen, dass das gelingen wird.

Erstens haben sich die Dinge weiter entwickelt. Viele Regierungen sehen nun, dass sie nicht zwischen Wirtschaftsentwicklung und Klimaschutz wählen müssen. Die Kosten des Solarstroms haben sich seit 2010 halbiert. Erneuerbare sind wettbewerbsfähig oder sogar billiger als CO2-haltige Brennstoffe geworden. Den Ergebnissen des bahnbrechenden New Climate Economy Report zufolge kann die Menschheit sogar bis 2030 rund 5 Billionen Dollar durch eine klimafreundliche Energiewende einsparen.

Derweil kooperieren nun auch die größten CO2-Emittenten der Welt, wie das Abkommen von USA und China vom vergangenen November zeigt. Eine wachsende Zahl von Länder verkündet zudem zur Vorbereitung von Paris ehrgeizige Klimaziele. Der Wille ist da – nun gilt es, ein starkes und anspruchsvolles Abkommen zu erreichen.

Das World Resources Institute war Teil des internationalen Konsortiums ACT 2015, das untersucht hat, was ein wirkungsvolles Klimaabkommen ausmachen könnte. Dabei erwiesen sich folgenden Punkte als entscheidend:

  • Zwei langfristige Ziele sind wichtig: bis zur Mitte dieses Jahrhunderts muss der Ausstoß von Klimagasen beendet werden, und die Widerstandskraft örtlicher Gemeinschaften gegen den Treibhauseffekt muss gestärkt werden.
  • Die Staaten sollten versprechen, ihre nationalen Ziele zur Emissionsbegrenzung alle fünf Jahre strenger zu fassen, damit die Ansprüche im Lauf der Zeit steigen und die Emissionen wirklich beendet werden. Selbstverpflichtungen dürfen nicht zurückgenommen werden.
  • Die Staaten müssen nationale Adaptionspläne formulieren und umsetzen, damit alle ihre Bürger Dürren, Fluten und anderen unvermeidlichen Folgen des Klimawandels gewachsen sind. Zweifellos werden Entwicklungsländer substanzielle und wachsende Unterstützung in Form von Geld, Training und moderner Technik brauchen, um sich auf derlei vorzubereiten.
  • Das Abkommen braucht ein eingebautes Transparenz- und Verifikationssystem, damit Länder zur Rechenschaft gezogen werden können.
  • Schließlich muss das Abkommen gerecht und fair sein. Viele Länder, die von der globalen Erwärmung besonders bedroht sind, haben zu seiner Entstehung besonders wenig beigetragen.

Ein internationales Abkommen ist nötig, um den Temperaturanstieg unter zwei Grad zu halten – aber darüber hinaus muss mehr getan werden. Privatunternehmen sollten sich Ziele für die Emissionsreduktion setzen und ihre Lieferketten entkarbonisieren. Zugleich können Städte und Gebietskörperschaften Erneuerbare, Energieeffizienz und öffentlichen Nahverkehr fördern. All das geschieht auch schon. Mehr als 1000 Unternehmen haben sich als Gruppe beim UN Klimasondergipfel in New York im September für die Einführungen eines Preises für Emissionen ausgesprochen. Und in den USA hat kürzlich der Staat Kalifornien versprochen, bis 2030 seine Klimaemissionen um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Bürger können zum Fortschritt beitragen, indem sie Bürgermeister, Ministerpräsidenten und Firmen zum Handeln auffordern.

Eine globale Klimabewegung muss sicherstellen, dass die Versprechen nicht nur eingehalten, sondern übertroffen werden – ob sie nun von souveränen Regierungen, örtlichen Gebietskörperschaften oder Unternehmen gemacht werden. Wir sind alle den Gefahren einer wärmer werdenden Welt ausgesetzt – also müssen wir alle zur Lösung des Problems beitragen.


Jennifer Morgan leitet das Klimaprogramm des World Resources Institute, einem nicht-staatlichen Think Tank in Washington. Sie ist auch Mitglied des deutschen Nachhaltigkeitsrates.
[email protected]

 

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