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Unsere Sicht

Chancen und Risiken der Digitalisierung

von Sabine Balk

Meinung

Der schnellste Computer Afrikas im Jahr 2016 im Centre for High Performance Computing (CHPC) in Kapstadt, Südafrika.

Der schnellste Computer Afrikas im Jahr 2016 im Centre for High Performance Computing (CHPC) in Kapstadt, Südafrika.

Gesellschaft und Wirtschaft befinden sich in einem Wandel vom Industriezeitalter, das durch analoge Techniken geprägt war, hin zum Zeitalter von Wissen und Kreativität, das durch digitale Technologien und Innovationen geprägt wird. Diese Entwicklung vollzieht sich weltweit, aber regional oft in sehr unterschiedlichen Ausprägungen.

Interessanterweise haben Entwicklungs- und Schwellenländer bei einigen technischen Innovationen die Nase vorn. Ein Grund ist, dass analoge Prozesse in reichen Industrieländern oft so etabliert sind, dass die erforderlichen Transformationsschritte nur langsam vonstattengehen. Ein Beispiel ist mobiles Bezahlen mit dem Handy oder digitale Prozesse in Verwaltungen, genannt e-Government. Während in Deutschland immer noch vornehmlich bar oder per Abbuchung vom Bankkonto bezahlt wird, hat sich in Kenia seit 2007 das mobile Zahlungssystem M-Pesa durchgesetzt. Ähnlich ist es in Ländern wie China oder Indien, wo das Bezahlen mit dem Handy rasant zunimmt.

Digitalisierte Prozesse haben viele Vorteile für Anbieter und Kunden. Sie sind häufig eine bequeme, schnelle und günstige Alternative zu analogen Techniken, und sie ermöglichen einen leichten Zugang zu vielen Dienstleistungen, die vorher nicht zugänglich waren. Es lauern aber auch viele Gefahren und Unabwägbarkeiten, da die wenigsten Menschen eine Vorstellung davon haben, was die digitale Transformation genau bedeutet und welche Lebens- und Arbeitsbereiche betroffen sind und sein werden. Selbst Experten können die Entwicklung nicht genau vorhersagen.

Nachteile sind unter anderem:

  • Gefahr von Freiheitsverlust und Unterdrückung durch staatliche digitale Überwachung
  • Verlust von Privatsphäre durch digitale Erfassung aller persönlicher Daten und digitaler Aktivitäten
  • Verlust von Arbeitsplätzen durch Automatisierungsprozesse
  • Abhängigkeit von Technik, die für Störungen, Missbrauch und kriminelle Angriffe anfällig sein kann
  • Abgehängtsein von Menschen ohne technische Ausstattung

Viele Experten warnen vor diesen Gefahren und fordern Politik und Gesellschaft zur Wachsamkeit auf. Auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) beschäftigt sich intensiv mit der Digitalisierung und betrachtet es als sehr problematisch, dass das digital getriebene Wachstum auf übermäßigem Ressourcenverbrauch beruht und es so die Zerstörung der Umwelt und die Erderhitzung vorantreibt. Die digitale Revolution und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen müssten endlich gemeinsam betrachtet werden, so die Forderung.

Es ist also unerlässlich, dass sich jeder Einzelne Risiken und Gefahren der Digitalisierung sehr bewusst macht. Politik muss auf Digitalisierung reagieren und die Bürger vor den Gefahren schützen. Das bedeutet, dass der digitale Wandel unter bestimmten Regeln ablaufen muss und nicht nur denen nützen darf, die ihn vorantreiben. Dies gilt für reiche wie arme Länder gleichermaßen, wobei die reichen Länder die Verpflichtung haben, Entwicklungs- und Schwellenländer dabei zu unterstützen und nötiges Know-how zu vermitteln. Damit dies gelingt, müssen die Menschen, ob Bürger, Politiker oder Unternehmer, erst einmal verstehen, was Digitalisierung bedeutet und wie sie genutzt werden kann. Das muss den Kindern von der Grundschule an beigebracht werden.


Sabine Balk ist Redakteurin von E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit /D+C Development and Cooperation.
[email protected]

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