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Abholzung

Kohle statt Bäume

von Raphael Mweninguwe

Heutzutage

Das Management natürlicher Ressourcen in Malawi funktioniert ausgesprochen schlecht. Politiker sollen an illegaler Abholzung beteiligt sein und Stimmenfang betreiben, indem sie Wälder für landwirtschaftliche Bewirtschaftung freigeben.

Im Waldschutzgebiet Dzalanyama zum Beispiel sind ganze Karawanen illegaler Kohle- und Feuerholzhändler mit Kohlesäcken auf ihren Fahrrädern unterwegs. Im gesamten Schutzgebiet gibt es Kohlebrennereien – gut sichtbar für die Wachleute, deren Aufgabe der Schutz des Waldes ist.

Viele Bäume wurden gefällt. Dabei ist das Waldschutzgebiet ein Wassereinzugsgebiet des Flusses Lilongwe, der fast die Hälfte der Einwohner der gleichnamigen Hauptstadt mit Wasser versorgt. Wenn die Abholzung im gleichen Tempo weitergeht, ist der Lilongwe in drei bis fünf Jahren ausgetrocknet. Dann droht eine gefährliche Wasserknappheit. Die Regierung hat Streitkräfte ins Waldschutzgebiet gesendet, um den illegalen Raubbau aufzuhalten.

Die Wirkung ist jedoch gering. „Wir haben hier keine Soldaten gesehen“, sagt Kohleverkäufer Thokozani Kumanda. Ebasi Sakisoni, 45 Jahre alt und Vater von sieben Kindern, schiebt ein mit Feuerholz beladenes Fahrrad. Ihm ist bewusst, dass der einst artenreiche Wald aufgrund der Abholzung heute leergefegt ist. Das hält ihn aber nicht ab: Er sieht den Verkauf von Feuerholz als gutes Geschäft an – so lange „man keine Wachleute trifft, die das Holz konfiszieren“.

Die Zahl der Soldaten reicht für die gesamte Fläche von 989 Quadratkilometern bei weitem nicht aus. Ihr Einsatz ist zudem laut Bright Msaka, Minister für natürliche Ressourcen, Energie und Bergbau, eine „vorrübergehende Maßnahme“.

Die Forstbehörde hat berechnet, dass die Biomasse im Waldschutzgebiet Dzalanyama aufgrund der Kohleproduktion für den heimischen Bedarf um jährlich 439 000 Tonnen dezimiert wird. 80 Prozent der Kohle, die in der Hauptstadt verfeuert wird, stammen aus Dzalanyama.

Die Armutsrate beträgt um die 50 Prozent. Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizität, und diejenigen, die ans nationale Netz angeschlossen sind, zahlen horrende Strompreise. Schätzungsweise 12 Prozent der 15,3 Millionen Malawier beziehen Strom aus Wasserkraft.

Das mangelhafte Management natürlicher Ressourcen ist mitverantwortlich für die Entwaldung, die Umweltexperten zufolge mit einer Rate von jährlich 2,6 Prozent voranschreitet. Eine Studie aus dem Jahr 2011 von der malawischen Regierung, dem United Nations Development Programme (UNDP) und dem United Nations Environment Programme (UNEP) kommt zu dem Ergebnis, dass der nicht nachhaltige Verbrauch natürlicher Ressourcen das Land 5,3 Prozent seines Bruttoinlandprodukts kostet.

Daulos Mauambeta, Umweltexperte und ehemaliger Leiter der Wildlife and Environmental Society of Malawi, sagt, die Regierung sei dabei, „den Kampf zu verlieren“.

 

Raphael Mweninguwe ist freier Journalist in Malawi.
[email protected]

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