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Sozialpolitik

AgeWatch – der erste globale Altersindex

von Michael Bünte

Hintergrund

Lateinamerika schneidet beim AgeWatch Index gut ab, mit Chile an der Spitze: chilenische Mapuche-Familie.

Lateinamerika schneidet beim AgeWatch Index gut ab, mit Chile an der Spitze: chilenische Mapuche-Familie.

HelpAge hat zusammen mit internationalen Organisationen wie dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) einen neuen Index entwickelt. Er soll erfassen, wie es alten Menschen weltweit ergeht.

Jede Sekunde vollenden zwei Menschen auf der Welt ihr 60. Lebensjahr. Zum ersten Mal in der Geschichte wird es 2050 mehr Menschen über 60 Jahren geben als Kinder unter 15 Jahren. Bis 2025 wird in 60 Ländern der Bevölkerungsanteil von älteren Menschen mehr als 30 % betragen.

Der erste globale Altersindex – Globale AgeWatch Index – wurde zum Weltaltentag von der internationalen Entwicklungsorganisation HelpAge herausgegeben. Er zeigt, wie sich die Situation älterer Menschen verändert und wie Regierungen darauf einwirken. Der Index wurde in Zusammenarbeit mit internationalen Statistikexperten der Vereinten Nationen, der Weltgesundheitsorganisation, der Weltbank und anderen Forschungsinstitutionen entwickelt. Er soll jährlich veröffentlicht und ständig aktualisiert werden.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Lebensbedingungen alter Menschen nicht so sehr vom wirtschaftlichen Wohlstand ihres Landes abhängen, sondern hauptsächlich vom politischen Willen. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • Nord- und Westeuropa schneiden am besten ab, insbesondere wegen ihrer langen Tradition der Sozialversicherungen.
  • Osteuropäische Länder wie Russland und die Ukraine, die bis 2050 einen starken Anstieg der älteren Bevölkerung auf 30 Prozent erleben werden, sind in der unteren Hälfte angesiedelt.
  • Die G20-Länder, die am schnellsten altern, wie Indien, Indonesien, Mexiko, Russland und die Türkei, erreichen niedrige Werte und sind in der unteren Hälfte angesiedelt.
  • Das schnelle Wirtschaftswachstum der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika), in denen 40 Prozent der Alten weltweit leben, hat nur in China und Brasilien zu besseren Lebensbedingungen geführt.
  • Schnell alternde Länder wie Jordanien, Laos, die Mongolei, Nicaragua und Vietnam, deren ältere Bevölkerung sich bis 2050 verdreifachen wird, haben schlechte Indikatoren.
  • Lateinamerika, wo sich der Anteil alter Menschen bis 2050 verdoppeln wird, zeigt gute Werte – mit Chile an der Spitze auf Rang 19.
  • In Afrika werden 2050 13-mal mehr ältere Menschen leben als heute. Gleichzeitig wird der Kontinent einen Kollaps traditioneller sozialer Sicherungssysteme erleben.

Eine der ersten Fragen, die ­Help­Age International in Bezug auf soziale Renten oft gestellt wird, ist: „Was passiert in anderen ­Ländern?". Die Website ­„Pension Watch" von HelpAge versucht, diese Frage zu ­beantworten und Wissen zu ­teilen. Sie umfasst:

  • eine interaktive Länderkartei und eine herunterladbare Datenbank über alle sozialen Rentensysteme,
  • einen interaktiven Rentenrechner, Briefings zu Länderstudien und verschiedenen Themen. (mb)