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Uganda

Mehr Malaria und Infektionskrankheiten

von Sabine Balk

In Kürze

Flüchtlingskinder in Uganda werden auf Malaria getestet.

Flüchtlingskinder in Uganda werden auf Malaria getestet.

Der Klimawandel beeinträchtigt zunehmend die Gesundheit der Menschen. Dies gilt vor allem für Entwicklungsländer, da sie von Wetterveränderungen und Extremwetterereignissen besonders betroffen sind, eine schwache Gesundheitsinfrastruktur sowie geringe Wirtschaftskraft haben.

Mit der Gesundheitslage in seinem Land beschäftigt sich Moses Kabangi, der im Gesundheitsministerium Ugandas für Hygiene und Sanitäreinrichtungen zuständig ist.

„Für uns ist der Gesundheitsschutz eine große Herausforderung“, erklärt er. In Uganda mache sich der Klimawandel bereits signifikant bemerkbar. Seit 1960 haben sich die jährlichen Durchschnittstemperaturen nach Angaben Kabangis um 1,3 Grad erhöht und werden sich den Vorhersagen nach bis 2030 auf zwei Grad erhöhen. In der Folge seien die Gletscher im Ruwenzori-Gebirge, dem dritthöchsten Gebirge Afrikas, seit 1987 bereits um mehr als die Hälfte verschwunden und würden weiter rapide schmelzen. Die jährliche Niederschlagsmenge hat laut Kabangi um durchschnittlich 3,4 Millimeter pro Monat in einem Jahrzehnt abgenommen. Das bedeute, dass es vermehrt zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommen werde, was wiederum bestimmte Krankheiten fördere, erklärt der Experte.

In Uganda komme es wieder verstärkt zu Malaria, auch in bisher malariafreien Regionen wie in Höhenlagen. „Die Malaria verläuft auch tödlicher”, sagte Kabangi bei der Online-Konferenz des Poverty Reduction, Equity and Growth Network (PEGNet) im März zum Thema „Climate risks and policies – Towards resilient low-carbon economies“. Ein Grund für das vermehrte Auftreten der Krankheit sind die gestiegenen Temperaturen, die das Wachstum der Malaria-Mücken fördern.

Vermehrte Mückenplage ist auch verantwortlich für den Anstieg der lymphatischen Filariose (LF), einer tropischen Erkrankung, die durch eine Infektion mit verschiedenen Arten von Fadenwürmern (Filarien) ausgelöst wird, die durch den Stich von Mücken auf den Menschen übertragen werden. LF wird in Uganda nach Schätzungen von 2000 bis 2050 um 17 Prozent ansteigen. Das Gesundheitsministerium rechnet auch mit einem Anstieg an Infektionskrankheiten wie Cholera und Typhus, die durch verunreinigtes Wasser verursacht werden.

Kabangi weist auch auf die Gefahr einer zunehmenden Mangelernährung der ärmsten Bevölkerungsgruppen hin, da sich die Ernte von Grundnahrungsmitteln durch die Wetterextreme verringere. Mangel­ernährung wiederum führt zu vielen Folgeerkrankungen (siehe Simone Welte in E+Z/D+C e-Paper 2020/11, Schwerpunkt).
Die Maßnahmen der Regierung zur Gesundheitsprävention sehen laut Kabangi wie folgt aus:

  • Politisches Handeln: Integration von Klimaschutz- und -anpassungsmaßnahmen in Gesundheitspolitik und allen betroffenen Politikfeldern
  • Gemeinschaften involvieren und Kapazitäten vor Ort aufbauen
  • Frühwarnsysteme zur Verhinderung von Naturkatastrophen aufbauen
  • Förderung von erneuerbaren Energien wie Solar- und Wasserkraftanlagen

 

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