Entwicklung und
Zusammenarbeit

Überblick

Staatsfinanzen

Regierungen müssen in wichtige Infrastruktur und Dienstleistungen investieren können

Eine Sammlung von Geldscheinen und Münzen.

Viel zu knappe Staatshaushalte

Die Menschheit befindet sich in einer Polykrise. Zu den Herausforderungen, denen sich Regierungen stellen müssen, gehören die Bekämpfung von Krankheiten, die globale Erwärmung, die Ernährungsunsicherheit, die Folgen des Kriegs in der Ukraine, schwindende Ökosysteme, hohe Energiepreise und zahlreiche Konfliktherde. Das erfordert höhere Ausgaben, was bei vielen Staaten ohne Schulden nicht geht. Vielerorts waren die öffentlichen Haushalte schon vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie angespannt. Mehrere Staaten sind derzeit hoch verschuldet, und auch andere haben oft Schwierigkeiten, Mittel zu mobilisieren um dringende Probleme zu lösen.

Es liegt auf der Hand: Um die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs – Sustainable Development Goals) zu erreichen, sind erhebliche Investitionen nötig, also auch Staatsausgaben. Nicht zuletzt müssen soziale Sicherungssysteme ausgebaut werden. Um den fiskalischen Spielraum der Regierungen zu erweitern und zugleich die Neuverschuldung zu begrenzen, ist es unerlässlich, ausreichend Steuern zu erheben. Stabile Einnahmen sind wichtig. Andererseits müssen Schulden umstrukturiert werden, wenn ein Staat überlastet ist. Beide Themen erfordern internationale Zusammenarbeit.

Inhalt

    Aktuelles

    Neue Beiträge zu Staatsfinanzen

    E+Z/D+C berichtet regelmäßig über Themen wie Staatsschulden, Überschuldung, Umschuldung, Währungen und den internationalen Finanzmarkt. Hier finden Sie aktuelle Artikel zum Thema.

    Szene aus dem Musikvideo zu „Maandamano“ von Bien und Breeder LW.

    Musik

    Tanz und Tränengas

    Im zweiten Jahr in Folge gingen in Kenia tausende Menschen auf die Straße, um gegen die Regierung zu demonstrieren. Getragen wird die sogenannte Gen-Z-Protestbewegung auch durch Musik. Der Soundtrack zu den Protestwellen hat bereits Kultstatus erreicht.

    Grundlegende Herausforderungen

    Das meiste aus öffentlichen Finanzen herausholen

    Auf dem G20-Gipfel in Indonesien im November 2022 kamen eine Reihe globaler Herausforderungen auf den Tisch. Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Volkswirtschaften nahmen eine Bestandsaufnahme vor und erzielten schrittweise Fortschritte. Es liegt auf der Hand, dass noch mehr geschehen muss. Zweifellos müssen Steuereinnahmen erhöht werden, um staatliche Haushalte zu stärken. Die hohen Zinssätze in den wohlhabenden Ländern verschärfen die Probleme in benachteiligten Weltregionen, deren Länder oft ein niedrigen Bruttoinlandsprodukt (BIP), aber einen relativ hohen Schuldenstand haben. Dennoch können Zentralbanken ihren Teil dazu beitragen, nötige Investitionen, etwa für Klimaschutz und Klimaanpassung, zu erleichtern.

    Es braucht weitere Investitionen in Bildung und Gesundheit, um das Potenzial junger Menschen in Afrika voll auszuschöpfen.

    Wachstum

    Wie Subsahara-Afrika auf inklusive Weise wachsen kann

    Obwohl Afrikas Volkswirtschaften wachsen, leben viele Menschen weiterhin in Armut. Es gibt Möglichkeiten, dies zu ändern – etwa in den Bereichen Humankapital, Landwirtschaft und Besteuerung. Aber die Regierungen müssen mehr dafür tun.

    Soziale Sicherung stärken

    Menschen resilienter machen

    Globale Schocks stürzen immer mehr Menschen in die Armut. Länder mit niedrigen und unteren mittleren Einkommen müssen mit Problemen fertig werden, die sie nicht verursacht haben. Systeme der sozialen Sicherung sind nötig, um gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen. Solche Systeme sind unerlässlich, um Armut und Hunger abzuschaffen, wie es die SDGs anstreben – allerdings bedeuten sie für den Staat oft hohe Ausgaben.

    Ein Mural an einer Wand der Punjab University in Lahore, Pakistan, versinnbildlicht die Bürde der Armen, die den Lebensstil der Elite schultern.

    Sozialer Sektor

    Pakistans soziale Kluft

    Pakistans herrschende Elite genießt enorme Privilegien. Ihr fehlt der Bezug zu den Problemen, die den Großteil der Bevölkerung plagen; daher investiert sie nicht in die soziale Sicherheit der Massen, sondern in Dienstleistungen für die Reichen.

    Multilaterales Schuldenmanagement

    Die Schuldenkrisen bewältigen

    Steigende Staatsschulden verursachen wachsende Probleme. In manchen Ländern sind sie unbeherrschbar geworden, wie multilaterale Organisationen schon seit einigen Jahren erkannt haben. In ihrer Rhetorik geben sich Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) recht progressiv, was den Umgang mit Staatsverschuldung angeht. Die Haltung des IWF gegenüber einzelnen Ländern ist allerdings weniger großzügig. Es wäre sinnvoll, einen internationalen Mechanismus für staatliche Insolvenzen zu schaffen. Die G20 haben bisher Schritte in die richtige Richtung unternommen, aber es muss noch mehr pssieren. Eines wird immer deutlicher: Das bisherige Konzept der öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA – official development assistance) stößt in dieser Ära der Polykrisen an seine Grenzen.

    Was statt Schulden alles finanziert werden könnte: Viele Länder geben mehr für Zinszahlungen aus als für Bildung. Dieser Artikel ist Teil eines Schwerpunkts zum Thema Entwicklungsfinanzierung, für den wir eine Bilderserie mit KI erstellt haben.

    Financing for Development Conference

    Ideen für eine Reform der Schuldenpolitik

    Viele ärmere Länder geben mehr für Zinszahlungen aus als für Bildung oder Gesundheit. Wie sich internationale Schuldenpolitik verändern sollte – und weshalb die FfD4-Konferenz dafür der geeignete Ort ist.

    Staatsverschuldung in einzelnen Ländern

    In der Krise: Sri Lanka, Sambia, Pakistan und andere

    Mehrere Länder werden von übermäßiger Staatsverschuldung heimgesucht. Drei prominente Beispiele sind Sri Lanka, Sambia und Pakistan. Diese Artikel behandeln Gründe, weshalb Staaten so tief ins Defizit gerutscht sind – und zeigen Lösungen auf, wie der Weg aus den Schulden gelingen kann.

    Die Rohstoffpreise sind gefallen, und die Kakaoproduktion ist rückläufig: Ein ghanaischer Bauer breitet Kakaobohnen zum Trocknen in der Sonne aus.

    Staatsbankrott

    Wirtschaftliche Herausforderungen für Ghana halten nach Staatsbankrott an

    Unser Autor erwartet von der Regierung in Ghana, dass sie endlich Verantwortung übernimmt.

    Digitale Monatsausgabe zu Entwicklungsfinanzierunng

    Digitale Monatsausgabe zu Entwicklungsfinanzierunng

    Unsere Digitale Monatsausgabe 2025/03 befasst sich mit der Frage, wie Lücken in der Entwicklungsfinanzierung geschlossen werden können. Mit einem Klick auf den Titel links können Sie das Heft kostenlos als PDF herunterladen.

    Die Beiträge unserer Autorinnen und Autoren beschäftigten sich unter anderem mit
    - internationaler Entwicklung nach den USAID-Kürzungen,
    - entstehenden Lücken, die durch die BRICS+ gefüllt werden könnten,
    - Auswirkungen von Kürzungen der Entwicklungsfinanzierung auf die Geberländer,
    - die essenziellen Rolle des Privatsektors,
    - der bevorstehenden Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung (FfD4) und
    - notwendigen Reformen der internationalen Schuldenpolitik.

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